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Inhaberschuldverschreibungen : Für die PCC soll es 2007 wieder aufwärts gehen

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Bild: FAZ.NET

2006 war kein gutes Jahr für den Duisburger PCC-Konzern. Das laufende Jahr wird wohl keine Rekorde bringen, soll aber deutlich besser werden, so dass die Anleihen für Zinssammler weiter interessant sind.

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          Das Jahr 2006 war sicher nicht das erfolgreichste in der Geschichte der Duisburger PCC SE, die Anlegern vor allem durch die Inhaberschuldverschreibungen bekannt ist, durch deren Direktemission sich das Unternehmen schon seit 1998 finanziert, um nicht von Banken oder Aktionären abhängig zu sein.

          Zwar konnte die Unternehmensgruppe, die in den drei Sparten Handel/Energie, Chemie-Produktion und Logistik tätig ist, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr nach vorläufigen Zahlen um 5,3 Prozent auf 860 Millionen Euro steigern. Damit kann sie aber nicht an die sehr erfolgreichen Vorjahre anknüpfen, übertraf aber immerhin noch die bei der Vorlage der Ergebnisse des dritten Quartals abgegebene Prognose von 850 Millionen Euro.

          Deutlicher Ergebnisrückgang

          Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel im Rahmen der revidierten Prognosen auf etwa fünf Millionen Euro und blieb damit deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen des Unternehmens zurück. Damit verbuchte PCC im zweiten Halbjahr Verluste, nachdem das EBT des ersten Halbjahres noch bei acht Millionen Euro gelegen hatte.

          Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Ergebnisrückgang von rund 50 Prozent. Schon 2005 war das EBT um über 40 Prozent auf 10,3 Millionen Euro gefallen. Noch ist keine Zahl für den Jahresüberschuss kommuniziert, geht man jedoch von den Zahlen der Vorjahre und des ersten Halbjahres aus, als der Überschuss 5,3 Millionen Euro betrug, so dürfte dieser immer noch im positiven Bereich liegen. Das ist noch besser als das Jahr 2002, als das Unternehmen einen Verlust von über zehn Millionen Euro verzeichnete, doch dürfte 2006 damit auf der Ertragsseite das schwächste der vergangenen sechs Jahre werden.

          Energiehandel soll in die Gewinnzone zurückkehren

          Ergebnisbelastend wirkte sich zum einen das Traditionsgeschäft Energiehandel aus. Im Sommer sei es zu unerwarteten Lieferengpässen für polnischen Strom gekommen, die im dritten Quartal nicht hätten kompensiert werden können. Über das Spartenergebnis des vierten Quartals machte PCC keine Aussagen, hatte aber zuletzt ein positives Ergebnis prognostiziert, das indes die Verluste nicht wett machen werde, da die eingeleiteten
          Personalabbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen erst 2007 greifen würden.

          Im laufenden Jahr rechnet man daher auch in der Sparte mit einer Rückkehr in die Gewinnzone, allerdings bei einem um etwa 60 Millionen Euro deutlich reduzierten Umsatz aufgrund der deutlichen Einschränkung des Energiehandelsgeschäfts.

          Zum anderen drückten hohe Zinsbelastungen das Ergebnis. Das Finanzergebnis der PCC hat sich seit 2002 deutlich verschlechtert. Betrug das Minus seinerzeit noch zwei Millionen Euro, waren es 2005 schon 9,4 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2006 5,6 Millionen.

          Bei Privatisierung in Polen aufgelaufen

          Besonders schmerzlich für das Unternehmen war indes 2006 der Fehlschlag eines Privatisierungsvorhaben. Ursprünglich hatte PCC die beiden Stickstoffproduzenten ZAK bei Gliwice (Gleiwitz) und ZAT bei Krakau mit einem Jahresumsatz von insgesamt rund 600 Millionen Euro kaufen wollen. Damit wäre der Konzernumsatz einschließlich des internen Wachstums auf gut 1,6 Milliarden Euro hochgeschnellt und PCC hätte seinen Geschäftsschwerpunkt endgültig vom Energiehandel in die Chemieproduktion verlagert.

          Rund 120 Millionen Euro hatte, weitere 215 Millionen Euro an Investitionen zugesagt und versprochen keinen der mehr als 4.000 Mitarbeiter zu entlassen, obwohl Firmenchef Preussner einräumte, dass die Betriebe „für die gegenwärtige Produktion zu viele Menschen“ beschäftige. Aber man wolle die Geschäfte schnell ausweiten, um die Belegschaft in voller Stärke zu halten.

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