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Auch Anleiherenditen steigen : Hoffnung auf höhere Zinsen stärkt den Dollar

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Für 2017 erwartet Julius Bär, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten von voraussichtlich 1,5 Prozent auf 2,4 Prozent beschleunigt. Die amerikanische Industrie hat im vergangenen Monat schon den stärksten Auftragszuwachs seit einem Jahr erzielt.

In Europa überwiegen politische Risiken

Während in Amerika zumindest klar ist, wer Präsident ist, rückten in Europa viele politische Risiken in den Blick. In Italien könnte Anfang Dezember Premier Matteo Renzi zurücktreten, falls er das Referendum zu einer Verfassungsreform verlieren sollte, in Österreich hat erstmals mit Norbert Hofer ein Politiker der FPÖ gute Chancen, Bundespräsident zu werden, und in Frankreich könnte Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National die Präsidentenwahlen im Mai 2017 gewinnen. Diese politischen Risiken drückten auf den Euro. Zudem erwartet Julius Bär für den Euroraum 2017 keine Wachstumsbeschleunigung, sondern wie 2016 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent.

Mit dem steigenden Dollar und der Erwartung höherer Zinsen in Amerika ist auch der Goldpreis weiter gefallen. Am Donnerstag sank der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) Gold zeitweise auf 1180 Dollar, den tiefsten Stand seit Februar. Allein seit Anfang November hat Gold damit in Dollar fast ein Zehntel seines Wertes verloren, seit Juli rund 14 Prozent, seit dem Höchststand im Jahr 2011 etwa 38 Prozent. In Euro gerechnet, waren die Verluste kleiner, weil gleichzeitig der Dollar stärker wurde: Hier betrugen die Verluste seit Anfang November rund 4,3 Prozent.

Gold

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Noch im vorigen Monat hatten die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs die Ansicht vertreten, wenn der Goldpreis deutlich unter 1250 Dollar sinken sollte, böten sich Kaufopportunitäten. Das ist jetzt mittlerweile seit zwei Wochen der Fall. Höchste Zeit also, Gold zu kaufen? Die Deutsche Bank jedenfalls meint, der Goldpreis werde bis Ende nächsten Jahres wieder um fast zehn Prozent steigen und dann bei 1290 Dollar stehen. „Wir sehen moderates Preispotential für Gold, aufgrund des vergleichsweise kleinen Marktes für das Edelmetall aber auch Risiken“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Bank für Privat- und Firmenkunden. Steigende Zinsen in den Vereinigten Staaten und ein stärkerer Dollar sprächen gegen Gold. „Außerdem wirft Gold weder Zinsen noch Dividenden ab und hat den Status als Krisenwährung eingebüßt“, sagte Stephan.

Hohe Nachfrage nach Gold in Deutschland

Hingegen meinte Reinhard Pfingsten, Chefanlagestratege des Bankhauses Hauck & Aufhäuser, er halte die Idee von Kurszielen für Gold wie bei Goldman grundsätzlich für falsch. „Fakt ist, dass Gold in den Vereinigten Staaten durch die Reinflationierung an Reiz verliert - in Europa mit seinen Risiken aber interessanter wird“, sagte Pfingsten. „Meines Erachtens gehört Gold derzeit in jedes Depot, um eine Absicherung gegen Fehler in der Geld- und Fiskalpolitik zu haben.“ Solange man durch eine Reinflationierung in Amerika auf normale Inflationsraten komme, nicht auf Hyperinflation, nehme der Druck ab, Gold als Ersatzwährung anzusehen. Gleichzeitig stiegen dadurch die Renditen, was Gold höhere Opportunitätskosten einbringe, das heißt: Alternative Anlagen zu Gold werden relativ attraktiver.

Unterdessen berichten die Goldhändler in Deutschland, die Nachfrage nach physischen Barren und Münzen sei aufgrund des niedrigen Goldpreises derzeit außergewöhnlich hoch. Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Geschäftsführung der Degussa Goldhandel, sagte: „Der aktuelle Anstieg der Nachfrage könnte bei der Degussa zum umsatzstärksten Monat seit dem Start des Geschäfts im November 2011 führen.“

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