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Griechische Staatsanleihen : Hellas will Gläubigern 435 Millionen Euro zahlen

  • Aktualisiert am

Gläubiger besitzen noch griechische Staatspapiere im Wert von 6 Milliarden Euro, die unter internationalem Recht aufgelegt wurden. Bild: dpa

Griechenland wird Besitzern einer fälligen Staatsanleihe 435 Millionen Euro auszahlen. Das Finanzministerium bestätigte am Nachmittag frühere Pressemeldungen. Die Anleihe wurde 2002 nach britischem Recht aufgelegt.

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          Griechenland wird an internationale Gläubiger 435 Millionen Euro auszahlen. Das bestätigte am Nachmittag das Finanzministerium des Landes. Am heutigen Dienstag wurde eine Staatsanleihe fällig, die vor zehn Jahren unter britischem Recht aufgelegt wurde.

          Die jetzt fällige Anleihe war in den Umtausch der griechischen Staatsanleihen zwar einbezogen. Indes hatten die Investoren keine Papiere angeboten. Da die Anleihen nicht griechischem Recht unterlagen, konnte der Staat die Investoren nicht zum Umtausch zwingen. Hedgefonds und andere Spekulanten hatten davon schnell erfahren und entsprechende Papiere stark nachgefragt.

          Insgesamt stehen nach internationalem Recht griechische Staatsanleihen im Volumen von 6,4 Milliarden Euro aus. In der vergangenen Woche sind bereits fällige Zinsen an die Halter eines 20 Milliarden Yen (192 Millionen Euro) schweren griechischen Staatspapiers geflossen. Die jetzt erfolgende Auszahlung präjudiziere  allerdings keine weiteren Zahlungen an Gläubiger der restlichen Anleihen unter internationalem Recht .

          Zahlungsverweigerung würde zu Rechtsstreit führen

          Für die Entscheidung seien alle relevanten Faktoren und Implikationen sowie die derzeitigen Umstände vorsichtig abgewogen worden, teilte das Ministerium mit.

          Ein Zahlungsboykott Griechenlands wäre sehr riskant gewesen: Hätte sich Griechenland geweigert, hätte dies zu langwierigen internationalen Prozessen führen können. Innerhalb von 30 Tagen wäre damit endgültig die Zahlungsunfähigkeit des Landes rechtsgültig geworden. Damit könnten alle anderen Anleihen des Landes auf einen Schlag fällig gestellt werden. Letztlich dürften also hinter den Entscheidungen aus Athen die Geldgeber aus Brüssel und Frankfurt stehen.

          Zwar wären die im Rahmen des Schuldenschnitts neu aufgelegten Papiere nicht betroffen. Aber das durch den Schuldenschnitt bereits erschütterte Vertrauen in Staatsanleihen aus Euro-Krisenländer hätte weiter gelitten und damit die Kapitalmarktfähigkeit der anderen Länder weiter eingeschränkt. „Sie haben sich selbst in die Enge getrieben, es wird schwer, uns loszuwerden“, zitiert die britische „Financial Times“ einen Hedgefonds-Manager. „Nun werden sie die Zahlungen aufrechterhalten müssen.“

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