https://www.faz.net/-gv6-vzky

Girokonto : 73 Anbieter im Vergleich

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Immer mehr Banken und Sparkassen bieten kostenlose Girokonten an. Doch zugleich scheuen noch viele Kunden den Wechsel. Dabei lohnt er: Im besten Fall sind bis zu 200 Euro Ersparnis drin.

          2 Min.

          Immer mehr Banken und Sparkassen bieten kostenlose Girokonten an. Doch zugleich scheuen noch viele Kunden den Wechsel. Dabei lohnt er: Im besten Fall sind bis zu 200 Euro Ersparnis drin. Finanztest hat Lohn-, Gehalts- und Rentenkonten von 73 Banken und Sparkassen untersucht und zeigt den Weg zum kostenlosen Konto.

          Als einzige Bank im Test bietet die Norisbank sowohl für Onlinekunden als auch für Filialkunden ein kostenloses Girokonto an. Zusätzliche Bedingungen wie Mindestumsatz oder monatlicher Gehaltseingang gibt es nicht. Noch besser: Kunden müssen auch für eine EC- und Kreditkarte keine Gebühren zahlen. Für Filialkunden ist es daher das beste kostenlose Girokonto im Test. Das gilt für Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen wollen aber nicht gleichermaßen. Denn die Norisbank bietet nur ein eingeschränkt sicheres Bankingverfahren für ihre Onlinekunden an. Dadurch haben es Betrüger möglicherweise unnötig leicht.

          Monatlicher Geldeingang und weitere Anforderungen

          Andere Banken knüpfen das kostenlose Girokonto weiterhin an bestimmte Bedingungen. Relativ geringe Anforderungen müssen Kunden bei der ING-Diba und den Sparda-Banken erfüllen. Bei letzteren kaufen Kunden einmalig einen Genossenschaftsanteil für 52 Euro. Das ist aber kein Nachteil, da die Banken eine Dividende zahlen. Kredit- und ec-Karten sind dafür meist kostenfrei.

          Bild: F.A.Z.

          Die ING-Diba führt die Girokonten nur für Onlinekunden kostenlos - immerhin ist sie eine Direktbank. Etwas fordernder ist da schon die Hypovereinsbank. Sie verpflichtet ihre Kunden zum „Zwangssparen“. Wer ein kostenloses Girokonto eröffnet, muss jeden Monat 25 Euro in einen Sparplan einzahlen. Dafür sind auch hier ec- und Kreditkarte kostenlos.

          Das zeigt: Vor einem Wechsel müssen sich Kunden umfassend informieren, ob und an welche Bedingungen die Banken ein kostenloses Konto binden. Das allein reicht für die geeignete Auswahl aber noch nicht aus.

          Kostenlos Bargeld

          Ebenso wichtig sind die Kosten für die Beschaffung von Bargeld. An Automaten der kontoführenden Bank ist das Geldabheben immer kostenfrei. Zudem haben sich Banken mit einem kleinen Automatennetz zu Verbünden zusammengetan, damit ihre Kunden mehr Möglichkeiten haben, kostenlos Geld abzuheben.

          Doch außerhalb des Verbundes wird es teuer für Kunden. Im Schnitt kostet das „Fremdgehen“ 4 Euro pro Abhebung. Nach einem Wechsel kann das Netz an Bargeldautomaten kleiner sein als vorher. Wer dann oft bei fremden Geldinstituten Bares abhebt, büßt schnell die Ersparnis des kostenlosen Kontos ein.

          Aufpassen müssen vor allem Kunden der im Testkompass aufgeführten DKB und SKG Bank: Wer hier - wie üblich mit der ec-Karte - Geld abhebt, zahlt jedes Mal 10 Euro. Denn bei dieser Bank müssen Kunden am Automaten die Kreditkarte verwenden. Das ist dann aber kostenlos - sogar weltweit.

          Auf Dispozinsen achten

          Kunden sollten darüber hinaus auch die Dispozinsen im Blick haben. Sie sind im Vergleich zur Untersuchung im letzten Jahr leicht gestiegen und liegen durchschnittlich bei 12,35 Prozent. Es geht aber auch preiswerter. Viele Banken im Testkompass bieten Dispozinsen von weniger als 10 Prozent. Das ist ein gutes Angebot.

          Tipps

          Wechsel . Auf dem Kontoauszug sehen Sie, wie viel Sie für Ihr Girokonto bezahlen. Meist erfolgt die Abrechnung vierteljährlich. Wenn Sie inklusive Kreditkarte für ein Filialkonto mehr als 80 Euro im Jahr oder für ein Onlinekonto mehr als 40 Euro im Jahr zahlen, lohnt der Wechsel. Erkundigen Sie sich zunächst bei Ihrer Bank, ob sie noch andere und für Sie günstigere Kontomodelle anbietet. Ein kostenloses Konto, das ein Mindesteinkommen voraussetzt, sollten Sie nur wählen, wenn Sie die Vorgabe problemlos erfüllen können.

          Filial- oder Onlinebank . Überlegen Sie, ob Sie Ihr Konto bei einer Filialbank mit persönlicher Beratung oder bei einer Direktbank führen wollen, die Sie rund um die Uhr erreichen können.

          Neues Konto . Besorgen Sie sich von der neuen Bank alle Unterlagen zur Kontoeröffnung und füllen Sie diese aus. Oft benötigen Sie auch eine Gehaltsbescheinigung. Denken Sie daran: Auf die neue Geheimzahl (PIN) und ihre neue ec-Karte müssen sie eine Zeit warten.

          Daueraufträge . Informieren Sie Ihren Arbeitgeber rechtzeitig von der neuen Kontoverbindung. Wenn die nächste Gehaltszahlung noch etwas dauert, können Sie bereits einen kleineren Betrag aus das neue Konto überweisen und anschließend Daueraufträge bei Ihrer alten Bank löschen und bei der neuen Bank wieder einrichten. Denken Sie außerdem daran, alle Unternehmen über die neuen Kontodaten zu informieren, bei denen Sie ein Lastschriftverfahren eingerichtet haben. Dafür bieten fast alle Banken spezielle Vordrucke an. Einige übernehmen sogar die Benachrichtigung inklusive Portokosten. Fragen Sie bei Ihrem neuen Geldinstitut nach.

          Altes Konto löschen . Führen Sie beide Konten etwa drei Monate parallel, bevor Sie ihr altes Girokonto formlos löschen. Dadurch vermeiden Sie Fehlbuchungen und vergessene Buchungen fallen Ihnen leichter auf. Die Löschung eines Girokontos ist kostenlos und bedarf keiner Kündigungsfristen. Die alte Bank rechnet das Konto ab und überträgt ein Guthaben auf das neue Konto. Bankeigene Kreditkarte und die ec-Karte und geben Sie zerschnitten an das Geldinstitut zurück.

          Onlinebanking . Wenn Sie Ihr Konto per PC führen wollen, wählen Sie eine Bank, die mindestens eines der drei sicheren Onlinebankingverfahren mTan, eTan plus und HBCI hat.

          Kreditkarte . Wenn Sie Wert auf eine Kreditkarte legen, muss diese nicht von der kontoführenden Bank sein. Andere Banken bieten preiswerte Kreditkarten, ohne dass Sie Ihr Girokonto dort führen müssen. Kostenlos sind zum Beispiel die Mastercard der KarstadtQuelle Bank und die Sunnycard der Santander Consumer Bank.

          Kontrollieren . Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge darauf, ob alles korrekt gebucht wurde.

          Zusatzkosten . Nutzen Sie Kontoauszugsdrucker und Selbstbedienungsterminals. Denn jeder Handschlag, den ein Bankmitarbeiter für Sie erledigt, erhöht die Kontokosten. Die Zusendung von Kontoauszügen oder eine Überweisung per Beleg können bis zu 3 Euro kosten.

          Guthabenzins . Wenn eine Bank mit der Verzinsung des Guthabens auf dem Girokonto wirbt, sollte das für Sie kein Auswahlkriterium sein. Legen Sie Ihr überzähliges Geld lieber auf einem Tagesgeldkonto an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die populäre serbische Sängerin Jelena Karleusa, vormals Impf-Kritikerin, bei einem Impftermin in einem Einkaufszentrum in Belgrad am Donnerstag

          Impfunwillige in Serbien : Wo es Geld für die Corona-Impfung gibt

          Serbien hat eine Reihe von Maßnahmen gegen Impfverweigerer beschlossen. Junge Menschen sollen von Popstars und Prämien gelockt werden. Und Staatsbediensteten drohen im Krankheitsfall heftige Sanktionen.
          Auf dem Bau gibt es „Bauflation“: Vieles wird teurer.

          Hohe Preissteigerungen : Bauen wird deutlich teuer

          Wer in sein Haus investiert, bekommt es zu spüren: Viele Materialien steigen kräftig im Preis – vor allem Holz, Metalle und Kunststoffe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.