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Girokarten : Ohne Bargeld im Ausland

Skimming: Geheimnummern auf der Spur Bild: dapd

In Deutschland gibt es mehr als 90 Millionen Girokarten. Einige müssen für die Nutzung im Ausland erst freigeschaltet werden. Andere funktionieren nicht in allen Ländern. Derweil sollen neue Systeme Kartenzahlung und Geldabheben sicherer machen.

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          „Froh schlägt das Herz im Reisekittel, vorausgesetzt man hat die Mittel.“ Dies soll einmal Wilhelm Busch gesagt haben. Dieses Zitat könnte nun so manchem Reisenden im Ohr klingen, wenn er am Geldautomaten an seinem Urlaubsziel kein Geld bekommt. Denn anders als viele Kunden glauben, funktionieren viele Girokarten – seit dem Jahr 2008 hat diese Bezeichnung die der EC-Karte ersetzt – nicht immer. Dabei sind gerade sie ein beliebtes, weil oft kostengünstiges Reisezahlungsmittel. Mehr als 90 Millionen Bankkarten gibt es in Deutschland.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Urlauber sollten sich bei der Planung der Reise auch über die Bargeldversorgung vor Ort Gedanken machen und zusätzlich Kredit- und Sparkarten und vielleicht etwas mehr Bargeld im Reisegepäck mitnehmen. Denn die Missbrauchsfälle durch das Ausspähen von Kartendaten nehmen zu. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt den im Jahr 2010 durch Delikte mit Debitkarten entstandenen Schaden auf 60 Millionen Euro. Das sind 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Girokarten zählen zu den Debitkarten, da das Geld bei ihrem Einsatz anders als bei Kreditkarten umgehend dem Konto belastet wird. Aus Gründen der Sicherheit haben inzwischen einige Banken das im außereuropäischen Ausland mit Girokarten verfügbare Limit auf null reduziert. Dazu zählen die Deutsche Bank sowie die Norisbank und die Berliner Bank, die zur Institutsgruppe gehören. Kunden dieser Banken können ihre Karte für den Urlaub freischalten und den Verfügungsrahmen für das jeweilige Land einrichten lassen. Dies führt dann allerdings zu der Kuriosität, dass man seiner Bank Bescheid geben muss, wann und wie lange man verreist und zudem wohin. Dieser Vorbehalt gilt zum Beispiel für Reisen nach Afrika, Amerika oder Asien.

          Neues Bezahlsystem „V-Pay“

          In Europa funktioniere die Karte weiterhin uneingeschränkt wie auch in Deutschland, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bank. Kunden hätten jedoch die Möglichkeit, den 24 Sunden am Tag verfügbaren Kundenservice der Bank anzurufen, falls sie die Freischaltung im Vorfeld der Reise vergessen hätten oder einen höheren Verfügungsrahmen benötigen. Die Telefonnummer befinde sich auf der Rückseite der Karte. Einige Finanzinstitute wie die Postbank bieten dagegen eine freiwillige Beschränkung des Verfügungsrahmens für Auslandsabhebungen am Geldautomaten an.

          Falls Bankkunden außerhalb Europas nicht an ihr Geld kommen, könnte dies auch am Wechsel des Instituts zu Bezahlsystemen liegen, die nach Auskunft der Banken als sicherer gelten. Hiervon sind die Girokarten der Postbank und zudem einiger Volks- und Raiffeisenbanken sowie einer Handvoll von Sparkassen betroffen. Statt wie bisher mit dem Maestro-Logo versehen, verfügen die Karten dieser Institute nun über das „V-Pay“-Zeichen. Es gehört zur Kreditkartenorganisation Visa, wohingegen Maestro wiederum Mastercard zugeordnet ist. Bis Ende Juli 2011 würden alle Postbank-Karten mit V-Pay ausgestattet sein, sagt eine Postbank-Sprecherin. Gebucht werde die Transaktion über den Chip. Der Magnetstreifen sei zwar noch vorhanden und werde zum Beispiel für Kontoauszüge oder das elektronische Lastschriftverfahren genutzt, aber er sei im Ausland nicht nutzbar.

          Transaktionen über EMV-Chips abgewickelt

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