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Investorensuche : German Pellets findet viele Interessenten

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Der Pelletshersteller German Pellets hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Den Anlegern droht ein Totalverlust. Bild: dpa

Die Insolvenzverwalterin meldet zahlreiche Interessenten für eine Übernahme des Pelletproduzenten. Es wird jedoch nur mit kapitalstarken Investoren verhandelt, die das Unternehmen weiterführen wollen.

          Bei der Investorensuche für den Brennstoff-Hersteller German Pellets ist die vorläufige Insolvenzverwalterin mit rund 30 Interessenten im engeren Gespräch. „Insgesamt haben sich etwa 130 Interessenten gemeldet“, sagte Rechtsanwältin Bettina Schmudde am Freitag. Gesprochen werde nur mit kapitalstarken Unternehmen, die eine Fortführung der Geschäfte des weltweit größten Holzpelletproduzenten gewährleisten könnten. Sie sei durchaus optimistisch, betonte Schmudde.

          German Pellets mit Werken in Wismar (Mecklenburg- Vorpommern), Herbrechtingen und Ettenheim (Baden-Württemberg) sowie Torgau (Sachsen) hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen produziert Pellets zum Verbrennen in Pelletöfen, -heizungen sowie -kraftwerken. Als ein Grund für die Pleite wurde die gesunkene Nachfrage wegen des niedrigen Ölpreises angegeben.

          220 Millionen Euro Schulden bei Anlegern

          Rechtsanwältin Schmudde von der Kanzlei White&Case erwartet die Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf ihre Empfehlung hin zum 1. Mai. Über den Termin hat das Amtsgericht Schwerin zu entscheiden. Die 180 Beschäftigten des Unternehmensverbundes erhielten bis Ende April Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Ziel sei eine übertragende Sanierung, das heißt ein Verkauf des Unternehmensverbundes als Ganzes. Wenn eine Trennung der Werke sinnvoller erscheine, käme aber auch dies in Frage, sagte Schmudde.

          Nach mehreren Monaten des Stillstandes hatte Anfang März das Werk in Wismar wieder mit der Pelletproduktion begonnen. „Wir planen, am 29. März auch in Ettenheim die Pelletproduktion wieder aufzunehmen“, kündigte Schmudde an. Es gehe darum, die Marktmacht von German Pellets zu erhalten und potentiellen Investoren produzierende Unternehmen zu zeigen.

          Über die Entwicklung bei German Pellets war Schmudde zufolge der Gläubigerausschuss am Donnerstagabend informiert worden. Die Gruppe hatte ihre jahrelange Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert und steht bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld. Zum 1. April wäre eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro fällig geworden. Den Anlegern droht womöglich ein Totalverlust. Bei der Staatsanwaltschaft in Rostock gingen Anzeigen wegen Betruges von Privatanlegern ein.

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