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Ethische Investments : Norwegische Staatsanleihen mit den besten Noten

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Klare Seen versprechen saubere Renditen Bild: dpa

Wer "nachhaltig" in Rentenpapiere investieren will, der ist bei skandinavischen Staatsanleihen am besten aufgehoben. Dies belegt eine Studie von oekom research.

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          Es ist keine große Überraschung: Die besten Noten für nachhaltiges Wirtschaften hat oekom research den skandinavischen Ländern gegeben, die damit die ersten Ränge belegen. Russland bildet das Schlusslicht. Die Ratingagentur hat die 30 OECD-Länder und Russland analysiert, um Investoren, die in Staatsanleihen investieren wollen, die Entscheidung aus ethischen Gesichtspunkten zu erleichtern.

          Dabei hat die Müchener Agentur 130 Indikatoren ausgewählt, um die ökologische und soziale Situation eines Landes realistisch abzubilden. Das Nachhaltigkeits-Rating ergänzt das klassische Kredit-Rating. Insofern verzichtete oekom bei der Bewertung auf finanzwirtschaftliche Indikatoren. Dagegen berücksichtigt das Nachhaltigkeitsrating Aussagen über Energieverbrauch, Abfallaufkommen und Emissionen eines Staates sowie über dessen Frischwasserressourcen.

          Norwegen hat die zukunftsträchtige Gesellschaft

          Untersuchungsfelder im sozialen Bereich sind unter anderem das Bildungs- und Gesundheitswesen eines Landes, sein politisches System sowie die Einhaltung von Menschenrechten. Die Analysten von oekom research bescheinigen Spitzenreiter Norwegen eine hervorragende Gesamtperformance, die im sozialen Bereich besonders hervorzuheben sei. Beispielhaft seien die für europäische Verhältnisse geringe Staatsverschuldung und die geringe Arbeitslosigkeit bei generell guten Arbeitsbedingungen. "Wie eine zukunftsfähige Gesellschaft aussehen könnte, deuten schon heute die modernen Industrienationen Skandinaviens an", sagt Matthias Bönning von oekom research.

          Deutschland kommt dagegen nur auf einen enttäuschenden zwölften Platz. Vor allem die Defizite im Bereich Bildung und die hohen Arbeitslosigkeit erfüllt nicht die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Investment. Auch im Umweltbereich bleiben die Deutschen deutlich hinter einer Vielzahl von OECD-Staaten zurück. Dafür verantwortlich ist die geringe Artenvielfalt und der niedrige Anteil geschützter Naturflächen. Vorbildlich sei Deutschland beim effizienten Umgang mit knappen Ressourcen. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung hat das Land relativ geringe Schadstoffemissionen sowie niedrige Abfallaufkommen und Energieverbräuche, so oekom research.

          Todesstrafe wirft USA zurück

          Die USA liegen im Gesamtranking auf Platz 17. Sie zeigen insbesondere beim Thema Menschenrechte deutliche Schwachstellen. Hierzu zählt die übermäßige Polizeigewalt gegenüber Schwarzen oder die noch immer praktizierte Todesstrafe. Ähnlich das Bild bei der Entwicklungshilfe: Während die USA als eines der reichsten Länder der Erde in den vergangenen Jahren nur 0,1 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Hilfsprojekte in Entwicklungsländern ausgaben, war es in Norwegen der neunfache Satz. In einigen anderen sozialen Bereichen sind die USA aus Sicht der Analysten jedoch beispielhaft, so etwa bei der Pressefreiheit.

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