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Edelholz : Hohe Renditen müssen lange wachsen

  • Aktualisiert am

Holz aus den Wäldern von Futuro Forestal Bild: Forest Finance GmbH

Holz gilt unter den Rohstoffen als Geheimtip. Doch die Anlageklasse ist schwer zu fassen. Es empfehlen sich Direkt-Investments. Doch die brauchen einen langen Atem.

          5 Min.

          Holz gilt durchaus als interessante Kapitalanlage und als so etwas wie ein Geheimtip. Andres Gut, Chef von Precious Woods, sagte FAZ.NET im vergangenen Sommer, er könne von den bekannten Hartholzsorten weit mehr verkaufen als erzeugen. Man habe in den vergangenen Jahrzehnten eine positive Preisentwicklung verzeichnet und vieles spreche dafür, daß die Preise weiterhin eher steigen würden.

          Grund sei, daß die Waldbasis für Harthölzer vielerorts zerstört werde. Einer kontinuierlich steigenden Nachfrage stehe ein kaum wachsendes Angebot gegenüber. Wer daran mitverdienen will, hat indes nicht viele Investitionsmöglichkeiten. Der Futures-Handel ist nicht eben liquide, Zertifikate unbekannt. Es bleiben Aktien wie die von Precious Woods, die aber eben Unternehmensrisiken bergen.

          Alternative Direkt-Investment in die Produktion

          Was bleibt, sind Direkt-Investments. Ein Anbieter in diesem Bereich ist Forest Finance, gegründet als Vertriebsgesellschaft von Futuro Forestal. Dieses deutsch-panamaische Forstdienstleistungsunternehmen pflanzt Bäume nicht auf Plantagen im herkömmlichen Sinne, sondern als Mischforste, wie sie sich in der naturnahen Forstwirtschaft in Europa durchgesetzt haben. Zusätzlich zu effektiver Holzproduktion biete dieser Wald vielen einheimischen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, schütze und reichere den Boden an, speichere und filtere Wasser und habe einen positiven Einfluß auf das Weltklima.

          Forst nach drei Jahren Wachstum
          Forst nach drei Jahren Wachstum : Bild: Forest Finance GmbH

          Das Unternehmen verfügt über das FSC-Zertifikat für eine umweltfreundliche, sozialverträgliche und ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft. Investoren bietet es zwei Möglichkeiten der Geldanlage, die mit farbenfrohen Namen daherkommen: Wood-Stock-Invest und Baumsparvertrag.

          Wood-Stock und die Baumsparer

          Wood-Stock-Invest ist eine Anlage für den etwas größeren Geldbeutel. Der Anleger erwirbt einen Hektar Land in vollem Eigentum einschließlich eines Grundbucheintrags bei notarieller Beurkundung. Futuro Forestal bereitet das Land vor, zieht die Setzlinge und forstet nach ökologischen FSC-zertifizierten Kriterien auf.

          Der Baumsparvertrag ist dagegen für die kleine Geldbörse gedacht. Hier erwirbt der Anleger pro Monat einen Baum. Das kostet ihn jedes Mal 30 Euro, dafür erwirbt er das Recht auf die Erlöse aus der Ernte von zwölf Bäumen. Zahlt er die Jahressumme auf einmal, kostet jeder Baum nur 27,50 Euro.

          Beide Investitionen haben eine lange Laufzeit. 25 Jahre dauert es, bevor die Investitionen Rendite bringen können. Der Baumsparvertrag ist ein deutlich simpler gestricktes Produkt. Parzellen werden erworben, nach 25 Jahren fließen die Erträge aus der Ernte, bei der kein Kahlschlag erfolgt, gegebenenfalls aus dem Verkauf von Samenmaterial und CO2-Zertifikaten zu.

          Unendliche Laufzeiten möglich

          Wood-Stock-Invest kostet rund 25.000 Dollar. Dafür werden circa 1.100 Bäume gepflanzt. Möglicherweise gibt es schon bald erste Erträge aus CO2-Zertifikaten, doch werden diese nicht prognostiziert. Nach zehn Jahren gibt es aus einer ersten Durchforstung erste Holzerträge, die im Prospekt mit rund 4.000 Dollar veranschlagt werden. Nach 15 Jahren werden für die zweite Durchforstung und dem ersten Samenverkauf weitere 1.500 Dollar prognostiziert, weitere Erträge nach 18 und 22 Jahren. Gemäß Prognose erreicht das Investment dann den Break-even bei einer bescheidenen Rendite von rund 1,7 Prozent pro Jahr. Erst nach 25 Jahren wird wie beim Baumsparvertrag die Zielrendite erreicht.

          Indes ist Wood-Stock-Invest ein Generationenprodukt. Das bedeutet, daß der Besitz erhalten bleibt und vererbt werden kann. Das unterscheidet Wood-Stock vom Baumsparvertrag. Hier wird der Anleger nicht Eigentümer eines Forstes, sondern Pächter einer Parzelle. Diese Pacht läuft nach 25 Jahren aus und mit der Abschlußzahlung ist die Investition beendet.

          Die Renditeprognose für das Wood-Stock-Invest liegt aktuell bei sechs bis über elf Prozent, beim Baumsparvertrag bei rund zehn Prozent. Diese Renditeprognosen sind indes etwas mit Vorsicht zu genießen. Das liegt einfach daran, daß diese auf den Prognosen für die Preisentwicklung von Edelhölzern beruhen. Zwischen 1977 und 2002 hat sich der Preis verachtzehnfacht. Damit hätte sich für einen Baum eine Rendite von über zwölf Prozent pro Jahr ergeben.

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