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Gerangel um die Zukunft : Anlegerschützer raten Prokon-Gläubigern zum Verkauf an EnBW

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Windräder: Darum geht es auch im Kampf um Prokon Bild: dpa

Das Gerangel um die Zukunft des insolventen Windkraftkonzerns Prokon ist in vollem Gang. Nun haben sich die Anlegerschützer der DSW auf die Seite von EnBW geschlagen.

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          Die Anlegerschützer der DSW haben sich im Ringen um den insolventen Windparkbetreiber Prokon auf die Seite des Bieters EnBW geschlagen. DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler warnte die Prokon-Anleger am Montag davor, sich voreilig auf den Beitritt zu einer Genossenschaft festzulegen, die Prokon selbst weiterführen will. „Dies kann nur eine Option sein für Anleger, die sich bewusst über viele Jahre binden wollen und vollends verstehen, welche Verpflichtung und welches Risiko sie damit eingehen“, sagte Tüngler. Für viele Genussrechtsinhaber sei das Neuland. Ob sich Prokon als Genossenschaft wirklich so positiv entwickeln werde, wie im Insolvenzplan unterstellt werde, sei fraglich.

          Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät den 75.000 Prokon-Anlegern daher zum Verkauf an den Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW), der 550 Millionen Euro für Prokon bietet: „Lieber kurzfristig den respektablen sogenannten Spatz in der Hand zu wählen, also das mit der EnBW-Offerte verbundene Investorenmodell, anstelle der erst in vielen Jahren wertmäßig aufschließenden Taube auf dem Dach“, sagte Tüngler.

          Die Gruppierung der „Freunde von Prokon“, ehemals Unterstützer des illustren frühren Geschäftsführers Carsten Rodbertus und Vertreter des Genossenschaftsmodells halten dagegen und werfen EnBW unlautere Methoden vor. Nach Darstellung von „Freunde“-Pressesprecher Rainer Doemen haben im Wehe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung erreicht, dass der Energiekonzern Vortragsfolien ändern musste. EnBW habe unterschlagen, dass im Jahre 2030 nach vollständiger Tilgung und Zahlung der Anleihezinsen ausschließlich aus dem Betrieb der zur Besicherung der Anleihe verwendeten Bestandswindparks ein kumulierter Mittelzufluss in Höhe von fast 100 Millionen Euro erwirtschaftet wird.

          Diese Summe stehe aber den künftigen Genossen für Neuinvestitionen und Dividendenzahlungen zur Verfügung. Außerdem sei von EnBW nicht erwähnt worden, dass die Genossenschaft weitere wesentliche Erlöse erziele. Das steht im Wiederspruch zu einer von EnBW behaupteten negativen Liquiditätssituation der Genossenschaft.

          Während der Gläubigerausschuss laut Mitteilung keinen der beiden Insolvenzpläne bevorzugt, hält Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin beide Pläne für tragfähig. Die überwiegende Mehrheit der Prokon- Mitarbeiter votiert laut Betriebsrat dagegen für die Genossenschafts-Idee. Natürlich sind dabei Eigeninteressen unverkennbar. So teilte der Betriebsrat mit, dass seiner Einschätzung nach durch den Genossenschafts-Insolvenzplan die Wahrscheinlichkeit größer sei, mehr Arbeitsplätze am Standort Itzehoe langfristig erhalten zu können. Und ein Insolvenzverwalter, der zwei Pläne vorlegt, muss von beiden überzeugt sein, sonst könnte er das nicht tun.

          Mit dem Genossenschaftsmodell könnten die Anleger einen größeren Teil ihrer Verluste wettmachen, müssten sich dazu aber am Unternehmen beteiligen und auf die Erträge länger warten. Damit die Genossenschaft mit den geforderten 660 Millionen Euro Eigenkapital überhaupt zustande kommt, muss etwa die Hälfte der Genussrechtsinhaber bis zum Freitag (26. Juni) verbindlich den Beitritt zu der Genossenschaft erklären. Am 2. Juli entscheiden die Gläubiger dann, welches der Modelle zum Zuge kommt.

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