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Fahrdienst : Uber wird zu einem der wertvollsten Start-Ups

  • Aktualisiert am

Uber vermittelt Fahrer via Smartphone. Bild: dpa

Der Fahrdienst Uber sammelt 1,2 Milliarden Dollar von namhaften Investoren ein – und wird dabei mit insgesamt 17 Milliarden Dollar bewertet. Damit rückt das Startup in der Spitzenliga der Startups nach ganz oben.

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          Der Fahrdienst Uber hat sich von Investoren die rekordverdächtige Summe von 1,2 Milliarden Dollar besorgt. Bei der Finanzierungsrunde wurde die Firma aus San Francisco mit insgesamt 17 Milliarden Dollar bewertet, wie Uber in einem Blogeintrag am Freitag mitteilte. Die Geldspritze solle sogar auf 1,4 Milliarden Dollar ansteigen, schrieb Mitgründer und Chef Travis Kalanick.

          Die Namen der Investoren nannte Uber nicht. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass unter anderem Fidelity Investments, Wellington Management, Blackrock und Google Ventures Geld in das Unternehmen gesteckt hätten. Auch nach Informationen von Bloomberg zog Google nach der Investition von 260 Millionen Dollar im vergangenen Jahr noch einmal mit.

          Uber vermittelt Mitfahrgelegenheiten per Smartphone, ohne selber einen Fuhrpark zu betreiben. Dazu wählt der Kunde sich einfach in die App ein und kann dort sehen, wie weit das nächste Auto entfernt ist. Als Fahrer können sich Privatleute anbieten, sofern sie einen Führerschein und ein eigenes Auto haben und mindestens 21 Jahre alt sind. Zudem müssen sie ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Versicherungsnachweis vorlegen. Anfangs lockte Uber vor allem Geschäftsreisende mit Fahrten in Limousinen statt im Taxi.

          Die Taxifahrer wehren sich gegen die neue Konkurrenz

          Investoren setzen darauf, dass Uber weltweit expandieren und in das Logistik-Geschäft einsteigen kann. Derzeit ist das Unternehmen in 128 Städten in 37 Ländern tätig - hierzulande in Berlin, München und seit kurzem auch in Frankfurt. Mit Hamburg, Düsseldorf und Köln sollen bald weitere Städte folgen. In vielen Städten gehen die Taxifahrer gegen die neue Konkurrenz vor, da Uber-Fahrer aus ihrer Sicht einen Personenförderungsschein benötigen – so wie es bei Taxi-Fahrern der Fall ist. In mehreren amerikanischen Städten sowie in Brüssel wurde die App bereits verboten, in Paris sollen Mitglieder von Taxi-Gewerkschaften sogar Fensterscheiben von Uber-Autos eingeworfen und die Reifen zerstochen haben. Auch in Berlin hat ein Taxifahrer eine einstweilige Verfügung gegen „Uber Black“ erwirkt.

          Die Bewertung von 17 Milliarden Dollar ist hochgerechnet. Sie bedeutet letztlich nur, dass die Investoren bereit waren, rund 1,2 Milliarden Dollar für einen Anteil um die sieben Prozent zu bezahlen. Zugleich setzt die Zahl aber auch eine Planke für spätere Finanzierungsrunden und einen eventuellen Börsengang. So wurde Facebook bei Geldspritzen 2008 mit 15 Milliarden Dollar bewertet und 2010 bereits mit 50 Milliarden Dollar. An die Börse ging das Online-Netzwerk im Mai 2012 mit einem Firmenwert von rund 100 Milliarden Dollar.

          Uber hält sich bedeckt dazu, wie das frische Geld ausgegeben werden soll. Man wolle für die Chancen der Zukunft gewappnet sein, sagte Kalanick der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Uber wird zugetraut, seine Vermittlungs-Plattform auch auf andere Bereiche wie die Logistik auszuweiten. Zugleich gibt es angesichts der vielen Konflikte mit Behörden und der Taxi-Konkurrenz Zweifel daran, ob sich Uber durchsetzen kann.

          Im vergangenen Jahr war Uber bei einer Finanzierungsrunde laut Medienberichten mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet worden. Als vor wenigen Wochen Berichte über neue Verhandlungen mit Geldgebern auftauchten, war zunächst noch von einem Wert bei 10 Milliarden Dollar die Rede. Da Google an eigenen selbstfahrenden Autos arbeitet, wird spekuliert, dass die Partnerschaft mit der Zeit eine Flotte von Roboter-Taxis hervorbringen könnte.

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