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Staatsanleihen : Bund bietet erstmals zehnjährige Bundesanleihe mit Nullzins an

  • Aktualisiert am

Werbefigur aus früheren Tagen: „Günther Schild“ in der Eingangshalle der Finanzagentur Bild: Rainer Wohlfahrt

Jetzt ist endgültig aus mit Anleihezinsen: Wer dem Bund Geld leiht, bekommt dafür nichts mehr - außer der Chance auf Kursgewinne.

          Der deutsche Staat bietet Investoren erstmals eine zehnjährige Bundesanleihe ohne Zinszahlungen an. Die bis August 2026 laufende Anleihe soll am Mittwoch versteigert werden und bis zu fünf Milliarden Euro für die Staatskasse einbringen, kündigte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Dienstag an.

          Das Papier ist mit einem Kupon von 0,00 Prozent zur Auktion ausgeschrieben - der Bund bietet Anlegern also keine Zinsen. Die zuvor im Januar neu begebene zehnjährige Bundesanleihe war noch mit einem Kupon von 0,5 Prozent versehen, der bislang höchste Zinskupon wurde 1981 mit 10,75 Prozent festgesetzt.

          Die Finanzagentur folgt damit der Entwicklung an den Märkten: Dort rentiert die zehnjährige Bundesanleihe derzeit mit etwa minus 0,16 Prozent. „Wir werden keine negativen Zinskupons einführen“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Die fünfjährige Bundesanleihe wurde erstmals Anfang 2015 mit einem Zinskupon von null Prozent angeboten, die zweijährige sogar schon im Mai 2012.

          Hinter der jüngsten Entwicklung steckt die Europäische Zentralbank (EZB), die seit einiger Zeit in großem Stil Staatsanleihen am Markt aufkauft und dadurch die Zinsen drückt. Zudem flüchten Anleger angesichts des Brexit-Votums der Briten in „sichere Häfen“. Bundesanleihen sind deshalb heiß begehrt: Sie gelten bei Experten als nahezu risikoloses Investment, weil Deutschland pünktlich zurückzahlt und von allen großen Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote „AAA“ bewertet wird. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wiederum finanziert mit den Papieren den gut eine Billion Euro großen Schuldenberg des Bundes.

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