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Bonitätsanleihen : Ein Produktverbot ist gefährlich

  • -Aktualisiert am

Die Bafin will Bonitätsanleihen verbieten, weil sie nicht adäquat erklärt würden. Das ließe sich auch auf viele andere Produkte anwenden. Das ist ein gefährlicher Weg.

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          Die Verbraucher vor sich selbst zu schützen mag ja in manchen Fällen hilfreich sein. Ein allgemeines Verbot für alle, wie es die Bafin nun erstmals für Bonitätsanleihen plant, ist es nicht. Kein Anleger hat sich bislang über seine Bonitätsanleihen beschwert. Es gibt noch nicht einmal Anhaltspunkte dafür. Immerhin Produkte für sechs Milliarden Euro sind im Markt.

          Die Bafin führt nur die Auswertung einer Beratungsdokumentation an, wonach den Kunden die Funktionsweise der Bonitätsanleihen nicht adäquat erklärt wurde. Mit dem Maßstab müssten die Lebensversicherungen sofort komplett vom Markt genommen werden und die Riester-Renten gleich mit. Die Verbraucherschützer und die Grünen stehen schon voller Vorfreude mit weiteren Verbotsvorschlägen parat.

          Die Bafin muss sich daher schon fragen lassen, welches Fass sie da ohne Not aufgemacht hat. Will sie sich nun in vorauseilendem Gehorsam als oberster Verbaucherschützer aufspielen, der allen Anlegern vorschreibt, ob sie nun erfahren und in Finanzdingen bewandert sind oder nicht, was sie in ihr Depot legen dürfen? Das wäre ein weitgehender und gefährlicher Markteingriff.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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