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Bericht vom internationalen Finanzmarkt : Gute Stimmung an den Aktienmärkten

Nicht viel Material: Der Handel mit griechischen Staatsanleihen ist fast zum Erliegen gekommen Bild: dpa

Nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zu einem neuen Sanierungsplan sind Börsengänge derzeit keine Selbstläufer. Die Anleihemärkte reagieren hingegen positiv: Viele Kapitalanleger haben Interesse am Euro als Alternative zum Dollar.

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          Krise? Welche Krise? An den Aktienmärkten zeigt die Kursentwicklung der vergangenen Woche jedenfalls keine größeren Sorgen an. In Amerika stiegen die führenden Indizes Dow Jones und Standard & Poor’s im Wochenvergleich um jeweils mehr als 5 Prozent, während in Deutschland der Dax und der F.A.Z.-Index um jeweils rund 4 Prozent zulegten. Das sind beeindruckende Zuwächse, auch wenn ein Blick in die hinteren Reihen der Börse ein etwas differenzierteres Bild offenbart. Denn Börsengänge sind derzeit keine Selbstläufer.

          In Deutschland fanden in der vergangenen Woche mit dem Münchener Immobilienunternehmen Prime Office und der chinesischen China Specialty Glass zwei Unternehmen nur mit Mühe den Weg auf das Börsenparkett, da die Nachfrage nach ihren Aktien unter den Erwartungen blieb. Unterdessen wurde die Zeichnungsfrist für die Aktien des schwäbischen Autozulieferers SHW, eines der ältesten deutschen Unternehmen überhaupt (wenn auch früher in einer anderen Branche), wegen geringen Interesses in die kommende Woche verlängert.

          Die Zinserhöhung dürfte keine bedeutenden Marktreaktionen auslösen

          Aus den fraglos wenig glücklichen Banken, die mit der Platzierung der Aktien betraut sind, ist von einem sehr unsicheren Marktumfeld zu hören, das die Platzierungen erschwere. Aber das Marktumfeld ist nicht wirklich schlecht; wohl aber scheint es so zu sein, dass die auf das Börsenparkett strebenden Unternehmen zu den verlangten Preisen einfach nicht attraktiv sind. Wenn in den kommenden Monaten größere und namhaftere Unternehmen wie Osram und Evonik an die Börse streben, wird man eher sehen, wie aufnahmefähig der Markt für neue Aktien ist.

          Als Treiber der Börsenhausse nannten Marktteilnehmer vor allem die Zustimmung einer Mehrheit des griechischen Parlaments zu einem neuen Sanierungsplan, der die Grundlage für weitere finanzielle Hilfen der Partner zur Abwendung eines Staatsbankrotts bildete, sowie zum Wochenschluss ein unerwartet guter Wert für den ISM-Einkaufsmanager-Index in den Vereinigten Staaten, der die Sorgen vor einer dauerhaften Konjunkturschwäche in Amerika zumindest vorerst wieder etwas dämpfte. Dass Athen nicht freiwillig in den Bankrott steuern würde, hatte man an den Märkten zwar angenommen, aber völlig sicher war man sich nicht. Allerdings waren von den Börsenparketten und aus den Analystenbüros warnende Einschränkungen zu hören: Die Ereignisse der vergangenen Woche verschaffen Griechenland ein wenig Erleichterung, aber noch ist keines der fundamentalen Probleme der griechischen Wirtschaft gelöst.

          Die kommende Handelswoche dürfte an den Börsen ruhig beginnen, da die Vereinigten Staaten am Montag ihren Unabhängigkeitstag feiern. Am Freitag werden dann die mit Spannung erwarteten nächsten amerikanischen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. Gleichzeitig eröffnet Alcoa die Berichterstattung der führenden amerikanischen Unternehmen über ihre Geschäfte im zweiten Quartal. Davor dürfte am Donnerstag die Europäische Zentralbank (EZB) ihre seit Wochen in Aussicht gestellte nächste Erhöhung ihres Leitzinses auf 1,5 Prozent beschließen. Da längst vorweggenommen, dürfte diese Zinserhöhung keine bedeutenden Marktreaktionen auslösen. Interessanter könnte die Kommentierung der geldpolitischen Lage durch Präsident Jean-Claude Trichet ausfallen.

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