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Australien-Anleihen : Emsige Renditesuche auf der anderen Seite des Globus

Bild: F.A.Z.

Die Rendite für australische Staatsanleihen ist auf einen Tiefststand gefallen. Eine Besserung sehen Analysten nicht. In Neuseeland läuft es ähnlich.

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          Die Rendite zehnjähriger australischer Staatsanleihen ist am Dienstag auf 2,60 Prozent gefallen. Dies wäre im gegenwärtigen Umfeld eine sehr attraktive Rendite für zehnjährige deutsche Bundesanleihen oder für andere Staatspapiere sehr guter Bonität. Für Australien bedeutet eine Rendite von 2,60 Prozent einen historischen Tiefststand und nach Ansicht vieler Fachleute dürften die Renditen weiter sinken. Denn Australien – und in einem geringeren Maße der kleinere Markt in Neuseeland – gerät immer stärker in den Fokus ausländischer Kapitalanleger, darunter japanischer Großinvestoren.

          Australien ist immer etwas anders gewesen als andere Industrienationen. Einerseits gehört das Land zu dem mittlerweile sehr kleinen Klub von Ländern, deren langfristige Bonität von allen drei bedeutenden Ratingagenturen mit der Bestnote „AAA“ eingeschätzt wird. Zu diesem Klub gehören unter anderem auch Deutschland und Großbritannien. Andererseits lagen die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in Australien lange Zeit im Durchschnitt um rund 2 Prozentpunkte über den Renditen erstklassiger Staatspapiere aus Nordamerika oder Europa. Dieser Aufschlag erklärt sich vor allem mit einer größeren Schwankungsbreite des Wirtschaftswachstums und der Inflationsrate: Die australische Wirtschaft gilt zwar im Kern als sehr gesund und das Land als politisch sehr stabil, aber die Wirtschaft ist in der Vergangenheit anfällig für starke Veränderungen von Rohstoff- und Immobilienpreisen gewesen.

          Rückläufige Inflationsraten für die nächsten Jahre erwartet

          Doch der Risikoaufschlag etwa zwischen amerikanischen und britischen Staatsanleihen auf der einen Seite und australischen Papieren auf der anderen Seite ist in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Wie die Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Euroraum verzeichnet auch Australien eine rückläufige Inflationsrate und die an sogenannten Inflationsswaps – einem speziellen Finanzprodukt – ablesbaren erwarteten Inflationsraten in den kommenden Jahren sind ebenfalls rückläufig. Dies verlockt eine wachsende Zahl ausländischer Anleger, sich den Renditeaufschlag für australische Anleihen zu sichern.

          Rückläufig sind auch die Renditen der Staatsanleihen Neuseelands, allerdings hat die zehnjährige Staatsanleihe mit 3,47 Prozent noch nicht den vor knapp zwei Jahren erreichten Tiefstand von 3,15 Prozent unterschritten. Der neuseeländische Markt ist klein. Die langfristige Bonität Neuseelands erfreut sich hoher Wertschätzung, ist aber nicht ganz so exzellent wie die Bonität Australiens. Die Ratingagentur Moody’s bewertet neuseeländischer Staatsanleihen mit „AAA“, die Konkurrenten von Standard & Poor’s und Fitch mit jeweils „AA“.

          Analysten rechnen mit Leitzins-Erhöhung in Großbritannien

          In Nordamerika und Europa fallen die Renditen für Staatsanleihen weiter. Neben dem rückläufigen Ölpreis kommt für den Euroraum die Erwartung eines Kaufprogramms für Staatsanleihen hinzu, über das der Zentralbankrat der Europäischen Zentralbank am 22. Januar sprechen dürfte. Die Bundesrepublik Deutschland stockte am Dienstag eine inflationsgeschützte Anleihe auf.

          Bemerkenswert ist vor allem der Fall der Anleihenrenditen in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien. Für diese beiden Länder haben viele Marktteilnehmer erste Erhöhungen der Leitzinsen für das laufende Jahr erwartet. Mittlerweile stellen sich viele Marktteilnehmer die Frage, ob die Fed und die Bank von England diese Leitzinserhöhungen mit Blick auf die sehr niedrigen Inflationsgefahren verschieben werden. Die Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley erwarten, dass die britische Inflationsrate in den kommenden Monaten auf 0,1 Prozent sinken wird. Morgan Stanley erwartet, dass die Bank von England ihren Leitzins im vierten Quartal 2015 erstmals erhöhen wird. Die weitere Entwicklung wird nicht unwesentlich vom Ölpreis beeinflusst werden, der schwer zu schätzen ist. Die Analysten der DZ Bank halten einen Preis von 45 bis 50 Dollar auf Dauer für überzogen niedrig und erwarten, dass der Preis bald wieder steigen wird.

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