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Auslandsanleihen : Südafrika-Anleihen bringen eine interessante Überrendite

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Trotz gewisser Probleme mit der Inflation und der Leistungsbilanz gestaltet sich der volkswirtschaftliche Datenkranz in Südafrika relativ solide. Das macht ein Investment in Euro-Anleihen dieses Schuldners eine Überlegung wert.

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          Durch die Wahl von Jacob Zuma zum Präsidenten des ANC, der führenden Partei des Landes, ist Südafrika zuletzt wieder politisch in die Schlagzeilen geraten. Denn Zuma gilt als Populist und er hat zudem auch ein Korruptionsverfahren am Hals. Außerdem dürfte er 2009 das Amt des Staatspräsidenten anstreben und damit in direkten Konkurrenten zum derzeit amtierenden Parteikollegen Thabo Mbeki treten. Das birgt gewisse Unsicherheiten, die vermutlich auch die Finanzmärkte vor Ort immer wieder beschäftigen werden.

          Davon abgesehen präsentiert sich Südafrika aber durchaus als ein Land in dem Zinssparer auf Renditejagd gehen können. Die Wirtschaft wächst, und zwar in diesem Jahr vermutlich mit einer Rate von 4,7 Prozent und die Staatsfinanzen sind als solide zu bezeichnen. Wie im vergangenen Jahr dürfte der Haushalt auch 2007 einen kleinen Überschuss ausweisen (in den kommenden Jahr dürfte daraus auch wegen der Investitionen in die Fußball-WM 2010 dann ein kleines Defizit werden) und die Verschuldungsquote ist mit unter 30 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt niedriger als in vielen osteuropäischen Staaten. Hinzu kommen Devisenreserven von mehr als 30 Milliarden Dollar.

          Inflation und Leistungsbilanz bereiten gewisse Probleme

          Sorgen bereitet zwar das hohe Leistungsbilanzdefizit von in diesem Jahr voraussichtlich sieben Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt und die steigenden Inflationsraten. Seit April lag die Inflationsrate in jedem Monat über dem Zielkorridor von drei bis sechs Prozent. Und die Analysten bei der WGZ Bank rechnen damit, dass die Preissteigerung bis ins ersten Halbjahr 2008 hinein die Marke von sechs Prozent übersteigen und ihren Scheitelpunkt bei acht Prozent im ersten Quartal erreichen wird.

          Bild: WGZ Bank

          Alles in allem ist der volkswirtschaftliche Datenkranz aber akzeptabel. Wie die WGZ Bank in einer Studie weiter erläutert, denken die Ratingagenturen offenbar sogar darüber nach, die derzeit auf BBB+ lautende Kreditwürdigkeit des Landes hochzustufen. Durch den eingeschlagenen geldpolitischen Straffungskurs, der den Leitzins bereits bis auf elf Prozent (bei der WGZ Bank hält man sogar eine weitere Anhebung bis auf 11,5 Prozent für möglich) nach oben geführt hat, weisen die Staatsanleihen einen spürbaren Renditevorsprung auf.

          Euro-Anleihen die sicherere Alternative

          Das gilt natürlich insbesondere für Dollar-Staatsanleihen. So weist die bis 21. Dezember 2014 laufende und einem Kupon von 8,75 Prozent ausgestattete Dollar-Staatsanleihe eine Rendite von 8,46 Prozent auf. Weil aber der südafrikanische Rand relativ unberechenbar ist und sich gegenüber dem Euro seit geraumer Zeit in einem Abwärtstrend befindet, könnte der Renditevorsprung für Anleger aus dem Euro-Raum schnell durch Währungsverluste aufgezehrt werden.

          Deshalb erscheint es sicherer zu sein, dass sich interessierte Sparer mit dem zufrieden geben, was Euro-Staatsanleihen abwerfen. Im Falle der bis zum 16. Mai 2013 laufenden und einem Kupon von 5,25 Prozent ausgestatteten Euro-Staatsanleihe ist dies bei einem aktuellen Kurs von 99,15 Prozent eine Rendite von 5,43 Prozent. Das ist deutlich mehr als vergleichbar lang laufende Bundesanleihen bringen, obwohl das Risiko eine Ausfalls zumindest derzeit eher als gering einzustufen sein dürfte.

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