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Asiatische Anleihen : Positiver Bonitätstrend dürfte sich fortsetzen

Indonesien: Auf dem Weg zum Investment-Grad? Bild: dpa

Positiv sieht die Rating-Agentur Standard& Poor's den Bonitätstrend in Asien. Vielen Anleihekursen könnte das langfristig helfen. Japanischen Anleihen kommt am Freitag nach dem Erdbeben kurzfristig das Bedürfnis nach Sicherheit zugute.

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          Dass das Zentrum der finanziellen Aktivität in der Welt zunehmend nach Asien abwandert, gilt bei Managen von Schwellenländeranleihenfonds als unumstößliche Tatsache (vgl. Schwellenländeranleihen: „Es ist ein Risiko, nicht investiert zu sein“). Sie sind daher von der Zukunftsfähigkeit der Anlageklasse überzeugt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist nicht weiter überraschend, verdienen sie doch ihr Geld damit. Ins gleiche Horn stößt aber nun auch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) in einer jüngsten Studie zur Region. Das Fazit kommt gleich zu Beginn und lässt kaum Zweifel zu: „Staatsanleihen aus der Region Asien-Pazifik übertreffen weiterhin die meisten anderen Regionen in Bezug auf Wachstum und Kreditwürdigkeit“, heißt es da. Eine Ausnahme bildet vor allem Japan, dessen Wirtschaft am Freitag zudem durch das Erdbeben einen zusätzlichen Schlag erhalten hat.

          Positiver Trend ermöglicht per saldo Verbesserungen der Kreditqualität

          Diesen Trend sieht S&P noch wenigstens drei bis fünf Jahre lang anhalten und bis zu einem gewissen Grad für eine weitere Verbesserung der Kreditqualität sorgen. Besonders beeindruckend sei hinsichtlich des Wachstums die Entwicklung Singapurs, Taiwans, Hongkongs und Koreas. Aber auch Australien verzeichne einen Aufschwung, ebenso wie die pazifischen Staaten der Fidschi- und der Cook-Inseln.

          Der positive Trend könnte es den reicheren Volkswirtschaften ermöglichen, ihre öffentlichen Haushalte zu konsolidieren, derweil Schwellenländer den Weg der Strukturreformen weiter gehen könnten. Auch die verschiedentlich hohe Verschuldung von Haushalten, Unternehmen oder Banken könne so weiter abgebaut werden. Alles in allem steh zu erwarten, dass sich die Bonität der Staaten besser entwickeln werde als etwa in Europa, wo schwaches Wachstum und Rezession die Schuldenlast schwerer erträglich mache.

          Gefahren durch Inflation und Kapitalimporte

          Indes sehen die Analysten auch Risiken. Vor allem macht ihnen die Inflation Sorgen. In der Mongolei, deren Aktienbörse eine spektakuläre Entwicklung genommen hat, erwartet S&P einen Anstieg der Inflationsrate in diesem Jahr auf 20 Prozent, in Pakistan auf mehr als 13 Prozent, Vietnam dürfte nur knapp unter 10 Prozent bleiben.

          Eine zweite Last ist der hohe Kapitalimport als Kehrseite der florierenden Exporte. Indonesien, Thailand, Korea und einige andere Staaten könnten Schwierigkeiten bei der Verteidigung ihrer Wechselkurse bekommen oder bei der Kontrolle des Kapitalverkehrs überziehen. Zusätzlich verkomplizieren könne die Lage eine Verschärfung des Disputs zwischen China und den Vereinigten Staaten um den Wert des Yuan sowie die Eurokrise.

          Ein Übergreifen der nordafrikanischen Unruhen fürchten die Analysten nur für einige Staaten. So gebe es chronische politische und soziale Spannungen auf den Fidschi-Inseln, in Bangladesch, in Thailand und Pakistan, die sich in den Ratings niederschlügen. Derweil würden diese Risiken in Staaten wie China, Vietnam, Sri Lanka, Malaysia oder Kambodscha durch Faktoren wie ein hohes Wachstum, niedrige Arbeitslosigkeit oder populäre Regierungen abgeschwächt.

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