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Apassionata : Anleihe soll Amerika-Tour finanzieren

Bild: Peter Massine Entertainment

Apassionatas Pferde-Shows sind in Europa seit zehn Jahren ein Begriff. Jetzt will das Unternehmen auch in Amerika Fuß fassen. Dafür braucht Unternehmer Peter Massine Geld.

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          Als einer der entscheidenden Faktoren für Mittelstandsanleihen gilt ein hoher Bekanntheitsgrad des Unternehmens oder seiner Marken. Geht man nach diesem Kriterium so muss einem für die Plazierung der Anleihe von Apassionata, die noch bis zum Jahresende läuft, nicht bange sein.

          Denn seit fast zehn Jahren veranstaltet Apassionata Unterhaltungs-Shows in Europa, die bislang nach Unternehmensangaben knapp fünf Millionen Besucher anzogen. Präsentiert wurden vornehmlich Shows mit Dressurpferden garniert mit Lichteffekten und Musik unter romantischen Namen wie „Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ oder „Zauber der Freiheit“.

          Vom Staatszirkus zur Pferde-Show

          Hinter Apassionata steht der Unternehmer Peter Massine, der einst auch den chinesischen Staatszirkus vermarktete und Anfang der Neunziger Jahre für den Deutschland-Erfolg des Illusionisten David Copperfield verantwortlioch gewesen sein soll, weil er das seinerzeitige Top-Model Claudia Schiffer für eine Bühnen-Assistenz verpflichtete.

          8,25 Prozent gibt es von der Pferde-Show
          8,25 Prozent gibt es von der Pferde-Show : Bild: FAZ

          Etwas weniger erfolgreich war Massines privates Engagement als Anleger des gescheiterten Fonds Global View, der vor einigen Jahren Berlin, Peking und Orlando mit gigantischen Riesenrädern hatte beglücken wollen. Als dem Fonds die Luft ausging, hatte Massine den Anlegern sogar ein eigenes Abfindungsangebot gemacht, scheiterte damit allerdings.

          Wenig aussagefähiger Prospekt

          Apassionata aber scheint gut zu laufen. Dem Wertpapierprospekt vermag man allerdings nicht viel mehr zu entnehmen. Denn die Emittentin Peter Massine Entertainment GmbH (PME) wurde erst am 19. Juli 2011 als Peter Massine Entertainment AG gegründet und am 15. September in eine GmbH umgewandelt.

          Daher enthält der Prospekt nur Angaben für die Zeit vom 10. Mai bis zum 31. August 2011. Diese geben auch nur die AG in Gründung wieder mit einem Eigenkapital von knapp 2 Millionen Euro und keinen nennenswerten Verbindlichkeiten, aber auch keinem nennenswerten Geschäftsbetrieb angesichts eines Verlusts von 58.300,50 Euro zwischen Juli und August, wobei die Einnahmen 2.522,22 Euro an Zinsen betrugen.

          Alles gemietet

          Der Jahresabschluss der Vorgängergesellschaft Equi-Arte Gmbh & Co. KG, der der FAZ vorlag, weist für das zum 30. Juni 2011 zu Ende gegangene Geschäftsjahr bei Umsätzen von 21,1 Millionen Euro ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 3,48 Millionen Euro aus. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz damit um 30 Prozent gestiegen, das Ergebnis hat sich von 902.000 Euro ausgehend annähernd vervierfacht.

          Ausschlaggebend für den überproportional starken Gewinnanstieg waren vor allem die höheren Umsätze, die nicht in gleichem Maß von höheren Kosten begleitet wurden. Im wesentlichen bestehen die Kosten der Show aus den für die Tourdauer in Anspruch genommenen Dienstleistungen. Pferde, Reiter und Artisten werden lediglich für die Dauer der Tourneen engagiert. Das ermögliche eine flexible Reaktion auf unvorhergesehene Entwicklungen. So konnte sich Apossionata vom aktuell wenig rentablen spanischen Markt sehr einfach zurückziehen.

          Eigentümerstrreit verdirbt Ergebnis

          Indes fiel der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr deutlich um zwei Drittel auf nur noch 288.063 Euro. Ursächlich dafür ist ein schwelender Rechtsstreit zwischen den ursprünglichen Eigentümern der Show, die einst von Massine gemeinsam mit Robert Wagner gegründet wurde. Beide streiten jetzt um den Kaufpreis der Wagner-Anteile. Um ein ungeschränktes Bilanztestat zu erhalten, schrieb Equi-Arte darum im vergangenen Geschäftsjahr die Streitsumme von 3 Millionen Euro ab, was zu einer Ergebnisbelastung in dieser Höhe führte.

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