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Anleihenmarkt : HRE-Anleihen sind eine Alternative

  • Aktualisiert am

Die HRE schaut wieder besser aus Bild: dpa

Bei der Hypo Real Estate kommt alles nicht so schlimm, wie es hätte sein können. Das triebt den Aktienkurs. Risikofreudigere Anleihenanleger haben schon vorher zugegriffen - doch noch ist es nicht in jedem Fall zu spät.

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          Es herrscht große Erleichterung an den Finanzmärkten, denn bei der Hypo Real Estate (HRE) ist alles nicht so schlimm gekommen, wie man es befürchtet hat. Indes ist es vielleicht auch eine Frage der Wahrnehmung, bewegte die Gewinnwarnung der Deutschen Bank am Vortag die Märkte doch wesentlich weniger als man dies nach dem Desaster um Bear Stearns in der Vorwoche hätte vermuten wollen.

          Denn begeistern kann die Lage der Münchner Immobilienbank nun niemanden wirklich. Im vergangenen Jahr zwang die Finanzkrise die Bank zu Abschreibungen von 390 Millionen Euro und drückte ihr Pro-forma-Vorsteuerergebnis einschließlich der im Oktober 2007 übernommenen Depfa-Bank gegenüber dem Vorjahr um 18,5 Prozent auf 862 Millionen Euro. Positiv ist lediglich, dass gegenüber dem Mitte Januar angekündigten Rückgang nichts mehr hinzugekommen ist.

          Unsichere Zukunft

          Und das laufende Jahr wird keineswegs neue Rekorde hervorbringen - zumindest nicht in positiver Hinsicht. Die Finanzmarktkrise könnte das Institut zu weiteren Abschreibungen zwingen. „Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für die Hypo Real Estate Group seit Jahresanfang 2008 schwieriger geworden. Deshalb kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Planung für das Geschäftsjahr 2008 nicht ganz erreicht werden kann“, erklärte die Bank am Donnerstag.

          Bild: F.A.Z.

          Positiv hebt der Vorstandsvorsitzende Georg Funke indes hervor, dass das Kerngeschäft schon im vergangenen Jahr gut, teilweise sogar exzellent gelaufen sei. Dies werde auch im laufenden Jahr und auf mittlere Frist so bleiben. Dennoch sei es insgesamt nicht möglich, eine verlässliche Prognose abzugeben. „Die Märkte sind in einem Maße unberechenbar, wie ich es in meiner mehr als 30jährigen Berufszeit noch nie erlebt habe.“ Auch Konkurrent Eurohypo hatte in der vergangenen Woche keine Prognose gewagt.

          Bankensektor scheint derzeit politisch gut unterstützt

          Angesichts der Unsicherheiten ist auch nicht wirklich eine Aussage möglich, ob die Aktie unterbewertet ist. Das liegt zwar angesichts einer Marktkapitalisierung von nur 3,4 Milliarden Euro intuitiv nahe, aber wenn selbst der Vorstand vor Unwägbarkeiten steht, so ist die Kaufentscheidung ebenso intuitiv und risikobehaftet.

          Als Alternative bieten sich daher die mit „A1“ bzw. „A+“ oder „A2“ bzw. „A“ bewerteten Anleihen der Bank an. Diese bieten immerhin auch dann eine Rendite, wenn die Kursentwicklung nicht so verläuft, wie man sich das am Anfang des Investments vorgestellt hat.

          Voraussetzung ist, dass die Bank nicht insolvent wird. Das aber steht angesichts des bisher deutlich gewordenen Standpunktes der Politik in Deutschland und anderswo auf der Welt kaum zu befürchten.

          Arbeiten an der Kapitalbasis

          Und auch die bilanzielle Situation der Hypo Real Estate gibt dazu keinen aktuellen Anlass. Zwar müssen sich die Aktionäre für 2007 mit einer um zwei Drittel auf 50 Cent verringerten Dividende abfinden. Dies diene der Stärkung der Kapitalbasis, sagte Funke. Es gelte aber weiterhin: „Die Hypo Real Estate Group ist derzeit ausreichend kapitalisiert“, betonte er.

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