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Anleihen : Unternehmensanleihen verringern ihre Risikoprämie

  • Aktualisiert am

Die Spreads für Unternehmensanleihen sind noch immer historisch hoch. Jede positive Nachricht führt deshalb schnell zu einem Abbau der Risikoprämien.

          Die am Ende dieser Woche bei Bekanntgabe der Konjunkturdaten ausgebliebenen neuen Hiobsbotschaften helfen den Unternehmensanleihen etwas auf die Sprünge. Denn die registrieren diese Nachrichten natürlich positiv, da bei einer besser laufenden Konjunktur natürlich das Risiko von Unternehmensanleihen abnimmt.

          Nachdem in den USA der Index für das Verbrauchervertrauen von der Universität Michigan besser als erwartet ausgefallen war, sagte Bob Truesdell, Fondsmanager bei M&T Capital Advisors Group, zum Geschehen am Rentenmarkt: „Viele Anleger gehen raus aus den Staatsanleihen und rein in die Unternehmensanleihen.“

          Risikoaufschläge aber noch immer hoch

          So sank die Rendite der bis 2011 laufenden Anleihe von Ford auf 8,26 Prozent von 8,34 Prozent. Der Risikoaufschlag gegenüber den Staatsanleihen verringerte sich dadurch um 13 Basispunkte. Ein Ruhekissen sind die Titel deshalb aber noch lange nicht. Denn der Aufschlag beträgt jetzt noch immer 4,15 Prozent.

          Unterschiede dieser Art signalisieren deutlich, dass die Marktteilnehmer nicht mehr absolut sicher sind, dass ein Unternehmen seine Schulden auch begleichen kann. Im Falle von Ford besteht beispielsweise die Gefahr, dass das Rating von Agenturen wie S&P erneut gesenkt wird. Doch wenn sich der konjunkturelle Neben lichten sollte, dann bergen diese Risikoaufschläge natürlich auch eine große Chance.

          Telekom-Anleihen ebenfalls unter den Gewinnern

          Schon am Donnerstag hatte die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung zu einem Rückgang des Spreads bei Unternehmensanleihen mit Investmentgrad um sieben Basispunkte auf 2,17 Prozentpunkte geführt. Dies war laut Merrill Lynch der stärkste Rückgang in diesem Monat.

          In Europa profitierten zum Wochenausklang vornehmlich die Anleihen von Telekomunternehmen. Als Vorreiter entpuppte sich dabei der niederländische Telekomkonzern KPN, der von guten Quartalszahlen profitierte. Die bis 2006 laufende KPN-Anleihe verringerte ihren Risikoaufschlag daraufhin um zehn Basispunkte auf 170 Prozent. Bei Societe General hieß es dazu, dass auf Grund der reduzierten Schulden und der verbesserten Profitabilität eine Hochstung des Ratings unvermeidlich sei.

          RZB setzt auf Versorger-Anleihen

          Die ernsthaften Anstrengungen in der ganzen Telekombranche in Sachen Schuldenreduzierung könnten in den kommenden Wochen diesen Papieren weiter helfen. Die Analysten der Raiffeisen Zentralbank in Österreich trauen den Anleihen der Deutschen Telekom jedenfalls einen weiteren Abbau der Spreads zu.

          Auch ganz allgemein sagen sie wegen der historisch hohen Risikoaufschläge bis Jahresende eine bessere Entwicklung der Unternehmensanliehen verglichen mit den Staatsanleihen voraus. Konkret als kaufenswert stellen due RZB-Analysten zwei Versorger-Anleihen heraus. Bei der einen handelt es sich um die bis 2009 laufende Eon-Anleihe mit einem Kupon von 5,75 Prozent und bei der anderen um die bis 2012 laufende RWE-Anleihe, die einen Kupon von 6,125 Prozent aufweist. Wer als Anleger diese Einschätzung teilt, sollte aber in keinem Fall den gegenüber sicheren Staatsanleihen höheren Überwachungsaufwand vergessen.

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