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Anleihen : Repsol-Anleihen bieten kleinen "Renditekick"

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Repsol leidet unter dem „Argentinienmalus“. Alleine betrachtet wäre die Kreditwürdigkeit des Unternehmens höher, wahrscheinlich wird sie steigen. Die Anleihen des Unternehmens bieten einen „Renditekick“.

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          Die Zahlungsunfähigkeit Argentiniens im Jahr 2001 hat auch an den Finanzmärkten Spuren hinterlassen. Negative mit massiven Kursverlusten bei den Anleihen des Landes, dafür äußerst positive an der Börse. Allerdings täuscht dort das Bild, denn es wird durch einen massiven Verfall der Währung verzerrt. Aber selbst wenn man in euro rechnet, hat sich der argentinische Merval seit Mitte des Jahres verdreifacht.

          Ausländische Anleger mit einer starken Risikoneigung spekulieren auf diese Weise auf eine Lösung der Probleme des Landes und eine wirtschaftliche Erholung. Für inländische Anleger ist die Börse eines der verbliebenen Ventile, über das sie eine Art von Gegenwert für die schwache Währung erhalten.

          Turbulenzen um Arentinien haben auch bei Repsol Spuren hinterlassen

          Die Turbulenzen des südamerikanischen Staates mit dem zu luxuriösen Staatsapparat hat auch bei internationalen Unternehmen, die im Lande stark aktiv waren und sind, deutliche Spuren hinterlassen. Insbesondere in Spanien, das alleine aufgrund der Sprache zu entsprechender Aktivität neigt. Unter anderem auch der Öl- und Gaskonzern Repsol-Ypf, der im Jahr 1998 durch die Übernahme der argentinischen Ypf durch Repsol entstanden ist.

          Durch dieses Engagement zum falschen Zeitpunkt und die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung Argentiniens ist natürlich das Gesamtunternehmen unter Druck geraten. Denn nach wie vor sind die Probleme Argentiniens nicht gelöst und damit auch nicht die des Unternehmens.

          Allerdings sind die Fakten mittlerweile an den Finanzmärkten weitgehend bekannt und „eingepreist“. Dabei zeichnet sich der spanische Ölkonzern durch ein solides Finanzprofil und eine starke Marktpositionen im Öl- und Gasmarkt aus. Ein isolierte Betrachtung der Finanzkennzahlen würde ein nach Einschätzung von Experten ein Single-A-Rating rechtfertigen. Die aktuelle Einstufung liegt bei Baa2 von Moody's und BBB + von S&P. Allerdings haben die Ratingagenturen bis dato mit Hochstufungen gezögert, da Repsol einen hohen Anteil von Gas und Öl in Argentinien fördert und damit die Unternehmensanleihen ein beträchtliches Emerging Market Risiko aufweisen.

          Solide Kennzahlen des Unternehmens

          Repsol's Plan bis 2007 sieht jedoch eine Diversifikation seiner Förderanlagen außerhalb Argentiniens vor, dessen erfolgreiche Implementierung zu weiteren Bonitätshochstufungen durch Ratingagenturen führen könnten. Bis dato hat das Management von Repsol erfreuliche Fortschritte beim Schuldenabbau erzielen können und die Experten der RZB in Wien erwarten, daß der positive fundamentale Trend mittelfristig zu Ratinghochstufungen führen sollte.

          Davon müßten vor allem die ausstehenden Anleihen des Unternehmens profitieren. In diesem Sinne könnten sie interessant sein. Denn das bis ins Jahr 2013 laufende Papier mit einem Kupon vom fünf Prozent bietet immerhin eine Rendite von 5,09 Prozent. Das sind immerhin 0,92 Prozentpunkte oder 22 Prozent mehr als die einer deutschen Staatsanleihe mit vergleichbarer Laufzeit. Anleger könnten sie ihrem Rentenportfolio beimischen, um die Gesamtrendite etwas aufzufrischen. Die Aussicht auf eine verbesserte Bonität kann während der Laufzeit möglicherweise steigende Zinsen etwas kompensieren. Dennoch sollten Rentenpapiere in einem Umfeld, in dem die Zinsen mit großer Wahrscheinlichkeit eher steigen als fallen, grundsätzlich mit der Absicht erworben werden, sie bsi zum Verfall zu halten. Ansonsten muß das Kursrisiko berücksichtig werden.

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