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Anleihen : Hochprozentiges mit kurzer Laufzeit

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Bild: FAZ.NET

5,6 Prozent Rendite bietet die T-Aktie an Dividende. dafür muß sich der Anleihenanleger schon mächtig strecken. Alternativen gibt es - doch die Unterschiede im Risiko sind groß.

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          Am Donnerstag glänzte die Deutsche Telekom vor allem mit einem: einer erhöhten Dividende. Auf diese Weise beläuft sich die Dividendenrendite der Aktie mittlerweile auf 5,63 Prozent.

          Mit Anleihen ist es derzeit schwer, auf eine solche Rendite zu kommen. Das geht nicht ohne Risiko - aber das birgt die Dividendenrendite der Telekom ja auch, denn schließlich ist ja ungewiß, ob man beim Verkauf auch wieder das Kapital zurückerhält.

          Massenangebot der AHBR

          Da sind Anleihen wieder im Vorteil. Wenn die Schuldner zahlen können, dann werden sie auch den Nominalbetrag zurückzahlen. Doch das heißt, sehr genau auszuwählen. Wer Renditen im Bereich der T-Aktie sucht, kann sich im Bereich von Restlaufzeiten zwischen einem und fünf Jahren eigentlich nicht beschweren.

          Das liegt vor allem an der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), die immerhin 15 Schuldverschreibungen mit Restlaufzeiten zwischen einem und drei Jahren auf dem Markt hat, die mit fünf bis sieben Prozent rentieren (siehe Infografik). Diese resultieren trotz deutlicher Kurssteigerungen von rund sieben Prozent seit Anfang Dezember daraus, daß die Anleger dem Braten immer noch nicht trauen und so das Renditeniveau immer noch nicht dem Niveau anderer Baa3-Anleihen entspricht.

          Das hat seine Berechtigung. Denn zwar ist die angeschlagene Hypothekenbank verkauft (Verkauf macht Spekulation auf AHBR-Anleihen möglich), doch in der Sanierung steht sie erst ganz am Anfang, so daß nicht ganz auszuschließen ist, daß auch die Anleihegläubiger am Ende vielleicht daran beteiligt werden. Das muß zwar als weniger wahrscheinlich gelten, aber ein Risiko besteht dennoch.

          Libanon oder Jamaika?

          Alternativen gibt es auch unter den Staatsanleihen. Indes gehören die Staaten, die diese Renditen bieten, nicht unbedingt zu denen, in denen man sein Geld ohne weiteres investiert (siehe Infografik).

          Jamaika etwa ist mit einer Verschuldungsquote von 136,6 Prozent des Bruttosozialprodukts eines der höchstverschuldeten Länder der Welt. Der Inselstaat gilt als wirtschaftlich anfällig und hat sein marodes Finanzsystem noch nicht endgültig sanieren können. Indes waren die jüngsten Wachstumszahlen stabil, wenn auch nicht berauschend und das Land gilt allgemein als auf der richtigen Spur befindlich.

          Der Libanon versucht immer noch, sich von den Folgen des verheerenden, jahrzehntelangen Bürgerkriegs zu erholen und sich den Unruhen zwischen Palästinensern und Israel zu entziehen. Die Staatsverschuldung liegt bei rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und noch ist nicht klar, ob die verwüsteten öffentlichen Finanzen „weich“ saniert werden können. Indes verzeichnet das Land seit 2004 wieder ein stärkeres Wachstum, auch wenn eine der Stützen der Tourismus ist, der für politische Verwicklungen sehr anfällig ist.

          Türkische und amerikanische Ölanleihen

          Unternehmensanleihen kommen ebenfalls aus aller Herren Länder (siehe Infografik). Eine davon hat sogar ein Rating. Allerdings ist Caa1 die fünftniedrigste Bewertung, die Moody's zu vergeben hat und damit nicht gerade ein Qualitätsausweis. Die amerikanische El Paso Corporation ist ein Dienstleister im Erdgas-Bereich und Pipeline-Betreiber. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen mit 4,02 Milliarden Dollar 27,5 Prozent weniger um als im Vorjahr und verzeichnete dabei einen Betriebsverlust von 187 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 182 Millionen Dollar im Jahr zuvor.

          Der Reinverlust ging von 947 Millionen auf 606 Millionen Dollar zurück, nicht zuletzt deswegen, weil die Zinsausgaben von 1,6 auf 1,3 Milliarden Dollar sanken. Alles in allem ist das Unternehmen, dessen Verluste vor allem aus dem Marketing- und Handelsbereich stammen, mit 16,1 Milliarden Dollar Schulden finanziell nicht eben auf Rosen gebettet.

          Aus dem Ölsektor kommt auch die Petrol Ofisi, die ehemals staatliche türkische Ölgesellschaft, die im Zuge der Privatisierung von der Dogan Holding aufgekauft wurde. Bei einem um 140 Prozent höheren Umsatz von 8,78 Milliarden türkische Lira hat PO den Gewinn in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf 183,9 Millionen Lira praktisch verdoppelt.

          Grüße aus einer ruhmreichen Vergangenheit

          Indes stehen immer noch rund 900 Millionen Lira kurzfristige und fast 600 Millionen langfristige Schulden in der Bilanz. Dennoch erscheint PO damit immer noch solider als El Paso.

          Aus Deutschland kommt die Deutsche Balaton AG, die in den Neunzigern einen kurzen Höhenflug im Umfeld des Neuen Marktes, unter anderem mit ihren Beteiligungen und Töchtern Net.ipo und Hornblower Fischer erlebte. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte das Unternehmen mit 10,8 Millionen Euro fast doppelt soviel um wie im Vorjahr, nachdem aber diese Zahlen 2004 gewaltig geschrumpft waren.

          Die letzte veröffentlichte Bilanz stammt von Ende 2004, wonach die wesentlichen Verbindlichkeiten 24 Millionen Euro betrugen, davon 20 Millionen Euro Anleiheschulden. Indes überstieg die Kapitalrücklage von 47,76 Millionen Euro auch die gesamten Verbindlichkeiten.

          Es gibt also durchaus Alternativen zur T-Dividende. Risiken bergen sie alle und so kann Vorsicht nicht schaden.

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