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Anleihen : Amerikanische Rentenmärkte implizieren weitere Zinssenkung

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Das „lange Ende” am US-Rentenmarkt gerät unter Druck Bild: dpa

Galten die Anleihen immer als „sichere Häfen“, so geraten sie in den USA zunehmend unter Druck. Zumindest am langen Ende.

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          Taumeln die Aktienkurse, so bleiben als Hort der Sicherheit immer noch die Rentenmärkte. So lautet die uralte Börsenweisheit und so ist genau diese Strategie in den vergangenen Monaten auch von vielen Marktteilnehmern umgesetzt worden. Die Kursgewinne an den europäischen und den amerikanischen Bondmärkten sprechen Bände.

          Aber wie so oft im Leben gibt es auch hier Ausnahmen - oder vielmehr Ausnahmesituationen. Gerade in den vergangenen beiden Tagen gerieten die amerikanischen Rentenmärkte massiv unter Druck, obwohl sich die Wall Street alles andere tat, als sich zu erholen. Der 30jährige Treasury Bond ist innerhalb von zwei Tagen von 100,47 auf 97,6 Prozent gefallen. Auf den ersten Blick ist das eine unlogische Entwicklung.

          Neue Schulden verbreitern das Angebot

          Ursache dafür ist weniger die allgemeine Unsicherheit als vielmehr der Plan der amerikanischen Regierung, den Wiederaufbau im New Yorker Stadtteil Manhattan über Schulden zu finanzieren. Der Markt rechnet nun plötzlich mit Neuemissionen von Staatsanleihen, während er bisher von einer Verknappung des Angebots ausgegangen war.

          Bis vor dem Attentat zeichnete sich im Staatshaushalt ein Überschuss ab, der zumindest teilweise zur Tilgung von Staatsschulden verwendet werden sollte. Die Regierung hatte ein „Rückkaufprogramm“ für Staatsanleihen angekündigt und seit dem vergangenen Jahr schon Titel im Gegenwert von 55 Milliarden Dollar zurück gekauft. So stiegen die Preise dieser Papiere bester Qualität nicht nur auf Grund der volatilen Börsen, sondern Anleger zahlten tendenziell auch „Knappheitspreise“, um eine gute Rendite bei bester Kreditqualität zu erhalten.

          Nun deutet vieles darauf hin, dass nicht nur kein Überschuss erzielt werden wird, sondern dass die Staatsverschuldung sogar wieder ansteigen könnte. Diese Vermutung wird gleichzeitig kombiniert mit der langsam aufkeimenden Furcht vor Inflation. Die amerikanische Notenbank betont zwar immer wieder, dass die Preisentwicklung keinen Grund zur Sorge darstelle. Aber das dürfte nur für die kurzfristige Perspektive gelten. Denn die Preisentwicklung hat die Angewohnheit, erst mit Verzögerung auf die Entwicklung der Liquidität zu reagieren.

          Investoren gehen in kurze Laufzeiten

          Da nun aber die Notenbanken in konzertierter Aktion massiv Geld in die Wirtschaft pumpen und in den USA gleichzeitig Steuersenkungen wirken, könnte das Verhältnis zwischen der verfügbaren Liquidität und dem Wirtschaftswachstum aus dem Gleichgewicht geraten. Wächst die Wirtschaft weniger stark als die verfügbare Liquidität, so kommt es unwillkürlich zu Preissteigerungen.

          Daher gehen die Investoren eher in Papiere mit kurzer Laufzeit und meiden die „Langläufer“. Mit Renditen von unter drei Prozent für zweijährige Notes scheint der Markt zumindest in den USA eine weitere Zinssenkung zu erwarten.

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