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Anleihemarkt : WGZ-Bank rät bei Anleihen von CEZ zum Kauf

  • Aktualisiert am

Bild: WGZ BANK

Der tschechische Energiekonzern CEZ gilt als Profiteur der Energiewende in Deutschland. Trotzdem bringen die Anleihen eine höhere Rendite als die Papiere deutscher Versorger.

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          In Deutschland haben die Stromversorger nicht zuletzt wegen der energiepolitischen Neuausrichtung des Landes nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima bekanntlich mit größeren Problemen zu kämpfen. Deswegen, aber auch angesichts zahlreicher erwarteter Belastungsfaktoren haben Analysten, wie beispielsweise jene bei der WGZ Bank zuletzt die Einschätzungen für die Anleihen dieser Unternehmen teilweise nach unten angepasst.

          Doch wie meistens gibt es auch hier neben Verlierern auch Gewinner zu finden. Zu diesen dürften einige internationale Energieunternehmen zählen. Als wahrscheinlichster Profiteur gilt etwa der tschechische Versorger CEZ. Die Gesellschaft ist schon jetzt ein Nettoexporteur von Atomstrom nach Deutschland und die Exportquote dürfte weiter steigen, denn irgendwo her muss Deutschland seinen Strom auch künftig beziehen.

          CEZ scheint dabei als Lieferant prädestiniert zu sein, hält das Land Tschechien, das 70 Prozent der CEZ-Aktien besitzt, doch auch trotz des Atomunfalls im japanischen Fukushima am geplanten Ausbau seiner Kernkraftkapazitäten fest. Kritiker werden dabei mit dem Verweis darauf zu beschwichtigen versucht, dass Tschechien weder von größeren Erdbeben noch von Tsunami-Katastrophen bedroht sei. Den derzeitigen Plänen zufolge soll in rund zehn Jahren in Temelin im Südwesten des Landes voraussichtlich zwei neue zusätzliche Atommeiler in Betrieb genommen werden. Mit den beiden geplanten neuen Reaktoren würde der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromproduktion von CEZ auf mehr als 50 Prozent steigen.

          Halbjahresergebnis enttäuscht - Jahresprognose aber angehoben

          In Tschechien selbst ist man mit einem Marktanteil von etwa 70 Prozent ohnehin das dominierende Unternehmen. Aber auch in Europa zählt man mit einer installierten Leistung von im Vorjahr 15.018 Megawatt und einer Kundenzahlen von 9,3 Millionen zu den größten Energieunternehmen. Beim Versuch diese Stellung zu verteidigen oder auszubauen gilt die Tatsache als großer Vorteil, dass CEZ anders als viele Wettbewerber einen großen Teil der benötigten Energieressourcen (Kohle) selbst abbauen kann und dadurch über eine relativ günstige Kostenstruktur verfügt, wie WGZ-Bank-Analyst Janis Heck herausstreicht.

          Trotzt dieses Pluspunktes musste der Kraftwerksbetreiber im ersten Halbjahr 2011 wegen niedrigerer Strompreise und einem ungünstigen Euro-Krone-Wechselkurs dennoch einen Gewinnrückgang hinnehmen. Konkret sank der Nettogewinn um 17 Prozent auf 23,9 Milliarden Kronen. Im 2. Quartal 2011 schrumpfte der Nettogewinn im Jahresvergleich sogar um fast 40 Prozent, was schlechter war als von Analysten erwartet. Auch der in den ersten sechs Monaten erzielte Umsatz blieb mit plus 4,9 Prozent auf 103,56 Mrd. Kronen leicht unter den Analystenprognosen von im Schnitt 104,4 Milliarden Kronen.

          Gedämpft werden konnte der damit einhergehende Enttäuschungseffekt bei den Anlegern aber immerhin durch den vom Vorstand für das Gesamtjahr etwas angehobenen Ausblick. Und zwar werden beim Gewinn jetzt 40,6 Milliarden Kronen erwartet, was 500 Millionen Kronen mehr als bisher prognostiziert wären.

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