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Anleihemarkt : Anleihen von General Electric gelten weiterhin als gute Wahl

  • Aktualisiert am

Bild: WGZ Bank General Electric

Über ein erstklassiges AAA-Rating verfügt General Electric zwar längst nicht mehr. Beim Vergleich des Ratings mit der Rendite hält die WGZ Bank die Anleihen des amerikanischen Mischkonzerns aber nach wie vor für interessant.

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          Wirklich erstklassige Schuldneradressen sind rar geworden in diesen Tagen, in denen sich die Diskussionen der Börsianer oft um die Schuldenberge der Industriestaaten ranken. Allerdings gilt diese Einschätzung nicht nur für Staaten sondern auch für Unternehmen. Selbst eine Weltmarke wie General Electric kann inzwischen nicht mehr mit der Bestnote beim Rating aufwarten. Statt mit AAA wird die Kreditwürdigkeit des amerikanischen Mischkonzerns von Standard & Poor´s nur noch mit AA+ eingestuft.

          Aber wenigstens haben die Analysten bei Standard & Poor´s jüngst deutlich gemacht, dass der negative Ausblick, mit dem die Schulden des amerikanischen Staates inzwischen behaftet sind, nicht automatisch negativ auf die Beurteilung von General Electric durchschlägt. Das heißt, selbst wenn Amerikas Kreditwürdigkeit gesenkt wird, könnte die von General Electric gleich bleiben und damit würden sich die beiden Schuldner wie in der Vergangenheit auf einer Stufe wiederfinden.

          Quartalszahlen schlagen die Markterwartungen

          Keinen direkten Einfluss auf das Unternehmens-Rating ging von den Quartalszahlen aus, die General Electric vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Insgesamt bekam der vorgelegte Bericht von Analysten aber eine gute Note. So hat die Gesellschaft im zweiten Quartal zwar weniger umgesetzt, den Gewinn aber dank einer starken Entwicklung der Finanzsparte (hier konnte der Gewinn mit 1,66 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt werden, obwohl die Einnahmen sogar leicht um 1 Prozent auf 11,63 Milliarden Dollar sanken) deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen.

          Bild: WGZ Bank, General Electric

          Konkret kletterte der Nettogewinn um gut ein Fünftel auf rund 3,8 Milliarden Dollar. Je Aktie verdiente der Siemens-Konkurrent 0,35 Dollar nach 0,28 Dollar im Vorjahr. Der Umsatz sank allerdings wie erwähnt um 4 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Ergebnis je Aktie von 0,32 Dollar gerechnet. Die Einnahmen hatten die Branchenbeobachter noch deutlicher unter dem Vorjahreswert bei nur 34,7 Milliarden Dollar erwartet.

          GE begründete den Erlösrückgang mit dem Verkauf des Mehrheitsanteils der Tochter NBC Universal an den Kabelnetzbetreiber Comcast. Wegen dieses Umsatzausfalls sei der Konzernerlös gesunken. Den Verkauf ausgeklammert sei der Umsatz um 7 Prozent gestiegen.

          Schwächer lief es für den Mischkonzern im Bereich Energie-Infrastruktur, der nach Umsatz zweitgrößten Sparte. Obwohl die Erlöse um 9 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar kletterten, sank der Gewinn mit Minus 19 Prozent recht deutlich auf 1,55 Milliarden Dollar. Es gebe Druck im Bereich Erneuerbare Energien, begründete Konzernchef Jeff Immelt die schwächere Entwicklung. Zudem seien hier die Margen durch die Integration von übernommenen Unternehmen unter Druck. Das zweite Halbjahr sollte aber im Energiebereich deutlich besser laufen.

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