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Amerikanische Notenbank : Fed kauft noch mehr Anleihen

Der Adler vor dem Federal Reserve-Gebäude in Washington Bild: Reuters

Die amerikanische Notenbank Fed gibt bekannt, dass sie unbefristet Hypothekenanleihen aufkaufen wird – über monatlich 40 Milliarden Dollar. Der Leitzins soll bis 2015 nahe null bleiben.

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          Zum dritten Mal seit der Finanzkrise beginnt die amerikanische Zentralbank Federal Reserve mit einem großen Programm zum Ankauf von Anleihen. Der Offenmarktausschuss teilte am Donnerstag mit, die Fed werde bis auf weiteres hypothekenbesicherte Wertpapiere der staatlichen Hausfinanzierer im Wert von 40 Milliarden Dollar im Monat kaufen. Die Zentralbank schloß zusätzliche Käufe anderer Wertpapiere nicht aus, sollten die Aussichten für den Arbeitsmarkt sich in den kommenden Monaten nicht substantiell verbessern.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Zusammen mit dem bis Jahresende befristeten Programm zur Verlängerung der Laufzeit der von der Fed gehaltenen Staatsanleihen und der Wiederanlage fälliger Schuldverschreibungen beläuft sich die Intervention nach Angaben der Fed schon jetzt auf rund 85 Milliarden Dollar im Monat. Die Fed will mit dem Anleihekauf Schuldverschreibungen aus dem Markt nehmen und so gerade die Zinssätze am Hausmarkt drücken, um Verbraucher zum Hauskauf und zum Konsum zu ermuntern.

          An den Finanzmärken wurde der Fed-Entscheid positiv aufgenommen. Der Dow-Jones-Index schloss 1,55 Prozent im Plus. Die Preise für Öl und auch für Gold aber stiegen deutlich. Der Dollar gab nach. Ein Euro kostete zeitweise mehr als 1,30 Dollar. Die Rendite amerikanischer Staatsanleihe gab leicht auf 1,73 Prozent nach.

          Leitzins soll bis 2015 auf „extrem niedrigem Niveau“ bleiben

          Der Offenmarktausschuss verlängerte ferner seine zinspolitischen Leitlinien und sicherte zu, den Leitzins bis mindestens Jahresmitte 2015 auf „extrem niedrigem Niveau“ zu halten. Das Versprechen einer faktischen Nullzinspolitik ist indes wie zuvor an die weitere wirtschaftliche Entwicklung gebunden. 12 der 19 Mitglieder des Offenmarktausschusses halten eine Zinserhöhung frühestens im Jahr 2015 für geboten. Der Leitzins, die Fed Funds Rate, liegt seit Dezember 2008 bei 0 bis 0,25 Prozent.

          Die Entscheidung fiel mit einer Gegenstimme von Jeffrey Lacker, dem regionalen Fed-Präsident aus Richmond. Andere regionale Fed-Präsidenten im Offenmarktausschuss lehnen eine weitere Lockerung der Geldpolitik ab. Sie haben derzeit aber kein Stimmrecht.

          Sorge um amerikanische Konjunktur

          Der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke gab vor Journalisten kein klares Kriterium, wann die Fed die Anleihekäufe wieder einstellen werde. Die Fed wolle warten, bis eine dauerhafte Verbesserung der Wirtschaft und in den Arbeitsmarktbedingungen erreicht sei. „Wir werden nicht eilen, die Geldpolitik zu straffen“, sagte Bernanke, selbst wenn die Wirtschaft sich schneller erhole oder die Arbeitslosenquote sinke. Er mahnte mit Blick auf die Finanzpolitik zugleich, dass die Geldpolitik „nicht alle Übel heilen“ könne.

          Die Fed begründete die neue Runde der quantitativen Lockerung, die an den Finanzmärkten QE3 genannt wird, mit der Sorge, dass die Arbeitslosenquote von zuletzt 8,1 Prozent nicht schnell genug sinke. Gemäß der Prognosen der Geldpolitiker wird die Arbeitslosenquote noch am Jahresende 2014 knapp 8 Prozent und Ende 2015 rund 7 Prozent betragen. Dabei vermutet die Fed, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr um 2,5 bis 3 Prozent wachsen wird, leicht stärker als bislang vermutet. Für die Folgejahre prognostiziert sie ein Wachstum von 3 bis 3,8 Prozent. Das wäre deutlich höher als die inflationsneutrale Wachstumsrate, die die Fed bei rund 2,4 Prozent ansetzt. Inflationsdruck erwartet sie als Folge der Unterauslastung der Kapazitäten indes nicht.

          Mit der Orientierung am Hypothekenmarkt ähnelt die neue Runde der quantitativen Lockerung dem ersten Ankauf von Anleihen während der Finanzkrise. Von November 2008 bis März 2010 hatte die Zentralbank für 1,725 Billionen Dollar überwiegend hypothekenbesicherte Wertpapiere gekauft. In der zweiten Runde der quantitativen Lockerung beschränkte sie sich von November 2010 bis Juni 2011 auf den Kauf von Staatsanleihen für 600 Milliarden Dollar. Seit September 2011 kauft die Fed für insgesamt rund 667 Milliarden Dollar in der „Operation Twist“ zudem langfristige Staatsanleihen und verkauft kurzfristige Anleihen, um die Fristigkeit ihres Portfolios zu verlängern.

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