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Allianz-Studie : Niedrigzins kommt deutsche Sparer teuer zu stehen

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Auf diesen Prinzen kann man lange warten Bild: picture alliance

Die deutschen Sparer kosten die niedrigen Zinsen viel Geld. Das hat die Allianz in einer Studie errechnet. Sie sind zum Teil aber auch selbst Schuld.

          Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat für deutsche Sparer laut einer Studie hohe Verluste zur Folge. Die Allianz hat die Zinssätze 2013 mit den Durchschnittszinsen der Jahre 2003 bis 2008 verglichen und dann die durch die gelockerte Geldpolitik „entgangenen“ Zinsen auf der Einlagenseite den Zinsgewinnen bei Krediten gegenüberstellt. Das Ergebnis: Die Menschen in Deutschland verloren 2013 unter dem Strich pro Kopf 67,60 Euro. Hinzu kommt der Inflationseffekt.

          „Der Zinsverlust hat sich von 34,20 Euro im Vorjahr fast verdoppelt, weil die Einlagenzinsen stark gesunken sind, vor allem die Baudarlehen aber kaum noch nachgaben“, sagte Allianz-Ökonom Arne Holzhausen. Nach Zahlen des ersten Quartals dürfte der Pro-Kopf-Verlust 2014 sogar auf 71,60 Euro ansteigen. Verstärkt werde der Effekt dadurch, dass immer mehr Geld in kurzfristige Einlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten gesteckt werde.

          Nach der jüngsten Einkommens- und Verbrauchsstudie des Statistischen Bundesamtes sind die Deutschen allerdings seit 2008 dennoch reicher geworden. Das Durchschnittsvermögen ist um gut 5 Prozent auf 123.500 Euro gewachsen, hat damit allerdings nur in etwa den Stand von 2003 wieder erreicht.

          Gesunken sind seit 2008 mit einem Minus von 11 Prozent vor allem die durchschnittlichen Lebensversicherungsvermögen. Auch das lässt sich auf das deutlich gesunkene Zinsniveau und damit einhergehend auf niedrigere Garantiezinsen und Überschussbeteiligungen zurückführen. Selbst 2003 waren die Lebensversicherungsvermögen noch um 6 Prozent höher als Anfang 2013.

          Aber auch die Wertpapiervermögen sind seit 2008 deutlich zurückgegangen. Dieser Rückgang entfällt fast ausschließlich auf Investmentfonds, allen voran Aktienfonds, womit sich auch hier ein Trend bestätigt, den das Deutsche Aktieninstitut schon früher konstatiert hat.

          Zugelegt haben dagegen sehr deutlich Fest- und Termingelder und weniger stark Bauspar- und andere Sparguthaben. Hier zahlen die Deutschen teuer für ihr höheres Sicherheitsbedürfnis.

          Am Rande sei bemerkt, dass Pensionäre in den vergangenen fünf Jahren einen Anstieg ihres durchschnittlichen Geldvermögens um mehr als 20 Prozent verzeichnen konnten. Sie sind damit die einzige soziale Gruppe, die in den vergangenen fünf Jahren ihr Vermögen deutlich steigern konnte.

          Der Grund ist schnell gefunden: Pensionäre halten mit mehr als einem Drittel überdurchschnittlich viel Vermögen in Wertpapieren. Davon ist fast die Hälfte in Aktien und Aktienfonds angelegt. Selbständige dagegen etwa haben mehr als dreimal so viel wie Pensionäre in Lebensversicherungen angelegt.

          In anderen Euroländern profitieren die Menschen hingegen nach früheren Angaben der Allianz von den Mini-Zinsen. Denn Schuldnern spielen niedrige Zinsen in die Karten, während Gläubiger die Verlierer sind. Holzhausen betonte: „Das zeigt, dass die deutschen Haushalte ihren Beitrag für die extrem lockere Geldpolitik der EZB zur Unterstützung der schwächeren Länder zahlen müssen.“

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