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Fintech : Ein Freund mit 1,5-Milliarden-Dollar

Die zwei von Auxmoney: Raffael Johnen und Eric Rutten Bild: Edgar Schoepal

Über die Internetseite Auxmoney leihen sich die Nutzer gegenseitig Geld. Nun mischt ein großer Versicherungskonzern bei dem Kreditunternehmen mit.

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          Für den Glühweinverkäufer aus Köln ist Auxmoney die Lösung gewesen. Jedes Jahr im November muss er seine Weinvorräte aufstocken, um sie dann im Dezember an durstige Weihnachtsmarktbesucher auszuschenken. 20.000 Euro braucht er dafür jedes Jahr – doch die herkömmlichen Banken wollten die Summe nicht vorstrecken; schließlich konnte er nicht wirklich einen regelmäßigen Gehaltseingang vorweisen. „Bei uns ist er inzwischen ein treuer Kunde“, sagt Arie Wilder, Vorstandsmitglied bei der Kreditplattform Auxmoney. Die Düsseldorfer haben sich darauf spezialisiert, Geldgeber mit solchen Kreditnehmern zusammenzubringen, die bei den Banken wegen der internen Risikovorgaben durchs Raster fallen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mehrere Kreditplattformen wie Auxmoney haben sich in den vergangenen Jahren in Deutschland entwickelt. Sie haben ihre eigenen Modelle zur Risikobewertung und bieten Darlehen teilweise zu Zinssätzen von bis zu 16 Prozent an. Auxmoney gilt mit Abstand als größter Spieler in Deutschland und hat nun einen gewichtigen Fürsprecher ins Boot geholt. Der niederländische Versicherungskonzern Aegon ist als Investor bei den Düsseldorfern eingestiegen und hat zugesagt, in den nächsten drei Jahren 1,5 Milliarden Euro in Form von Krediten über die Plattform anzubieten. Eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass seit der Gründung vor zehn Jahren insgesamt Kredite in Höhe von 460 Millionen Euro ausgezahlt wurden. Private und institutionelle Anleger haben nach Angaben von Auxmoney schon mehr als 68.000 Kreditprojekte über den Marktplatz finanziert.

          Von 25.000 auf 50.000 Euro angehoben

          Für Eric Rutten, den Vorstandsvorsitzenden der Aegon Bank, dient das Investment unter anderem der Risikostreuung. „Wir haben viele langfristige Hypothekenkredite an Holländer in unseren Büchern“, erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung die Motivation des Konzerns. „Kurzfristige Kredite an deutsche Konsumenten sind für uns eine interessante Möglichkeit, die Risiken zu streuen.“

          Jedem, der sein Geld auf Auxmoney anlegt, versprechen die Betreiber eine durchschnittliche Rendite von 5 Prozent, auch dem neuen Großinvestor. Aegon hat sich verpflichtet, sein Geld in das gesamte Spektrum von Kreditrisikoklassen zu investieren. Die Vorgabe ist deshalb so wichtig, weil die gewaltige Summe dem eigentlichen Gedanken des Peer-2-Peer-Lending, also des Geldverleihens unter Gleichen, natürlich zuwiderläuft. Dürfte Aegon sich aus den Kreditangeboten – sie werden je nach Risikoeinschätzung des Schuldners zwischen 3,9 und 16 Prozent verzinst – die besten herauspicken, blieben für die Privatanleger entsprechend nur höhere Risiken übrig. Das würde die schnell abschrecken. „Die Privatanleger werden immer eine wichtige Säule unserer Plattform sein“, stellt Raffael Johnen, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Auxmoney, klar.

          Für Aegon mit einem verwalteten Vermögen von 850 Milliarden Euro ist das Risiko des Investments überschaubar. Für Auxmoney bedeutet es einen großen Satz nach vorne. „Mit der Zusage über die 1,5 Milliarden Euro kann nun jeder sicher sein, dass er schnell sein Geld bekommt, wenn er eine Zusage erhält“, sagt Johnen. Sein Angebot konnte Auxmoney nun schon ausweiten: Der maximale Betrag pro Kredit wurde von 25.000 auf 50.000 Euro angehoben. Außerdem soll die maximale Kreditlaufzeit von bisher fünf auf künftig sieben Jahre verlängert werden.

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