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Volumen steigt unaufhaltsam : Anleihen in Höhe von 15,8 Billionen Dollar mit negativen Zinsen

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt: Die Notenbank hat in der Pandemie ihre Anleihekäufe ausgeweitet. Bild: Lucas Bäuml

Festverzinsliche Wertpapiere werden für Anleger zum Minusgeschäft. Die Kaufprogramme der Notenbanken zwingen sie, in riskante Titel auszuweichen.

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          Es gibt am Donnerstag keine einzige Bundesanleihe, deren Rendite ein positives Vorzeichen trägt. Sämtliche im Umlauf befindlichen Schuldtitel des deutschen Staates weisen gegenwärtig eine negative Rendite auf. Das ist verbunden mit sehr hohen Kursniveaus dieser Titel. Der Marktzins der richtungsweisenden zehnjährigen Anleihe liegt mit minus 0,52 Prozent noch über dem Rekordtief, das sie am 9. März mit minus 0,86 Prozent erreicht hat.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aber insgesamt steigt das Volumen an negativ verzinsten Anleihen seit Mitte März fast unaufhaltsam. Damals gab es auf der Welt Anleihen mit negativer Rendite im Volumen von 7,7 Billionen Dollar, nun sind es 15,8 Billionen Dollar. Das Rekordvolumen von rund 17 Billionen Dollar wurde am 29. August 2019 erreicht.

          Auch die Unternehmensanleihen, die im negativen Renditebereich gehandelt werden, haben deutlich zugenommen. Anfang April hat es davon keinen einzigen Titel gegeben, das Volumen lag bei null. Nun notieren Unternehmensanleihen im Volumen von 561 Milliarden Dollar im negativen Bereich. Vor einem Jahr waren es mit 1,2 Billionen Dollar mehr als doppelt so viel.

          Da bislang amerikanische Staatsanleihen zwar nahe ihrer Rekordtiefs, aber im positiven Renditebereich liegen, ist Europa das Zentrum der Negativzinsen. Die in der Pandemie ausgeweiteten Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben dafür gesorgt, dass nun sogar zweijährige Titel des italienischen Staates ein Minuszeichen vor der Rendite tragen.

          Darüber hinaus sind die Käufe der Zentralbanken der wesentliche Faktor, warum immer mehr Unternehmensanleihen ein negatives Vorzeichen vor ihrer Rendite haben. Die Investoren sind gezwungen, in andere Anlageklassen auszuweichen. Dazu gehören Gold und darauf beruhende Produkte wie Xetra-Gold oder börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds; ETF), aber auch riskante Unternehmensanleihen.

          Diese Hochzinsanleihen begeben Unternehmen mit geringer Kreditwürdigkeit, also mit Ratings unterhalb von „BBB–“. Wie die F.A.Z. Anfang der Woche berichtet hatte, sind die sogenannten High Yield Bonds in den Vereinigten Staaten derzeit besonders gefragt. Die Kursgewinne haben die durchschnittliche Rendite im Juli von 6,85 auf 5,46 Prozent gedrückt.

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