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Anleihemarkt : Was die neuen griechischen Anleihen wert sind

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Die komplizierte Umstrukturierung der Anleihen ist ein Teil des griechischen Sparpakets Bild: dpa

Die Verwirrung rund um die Umschuldung der griechischen Anleihen ist nach wie vor groß. Das zeigt sich auch am Handel mit den alten Staatsanleihen der Griechen. Alles das spricht nicht gerade für eine rege Nachfrage nach den neuen Anleihen des Landes.

          Viele Privatanleger haben sich mit ihrer Wette auf griechische Staatsanleihen verspekuliert. Denn nach den jüngsten Umschuldungsbeschlüssen sind die Investments zumeist deutlich weniger wert as zum Zeitpunkt des Einstiegs. Wenig überraschend ist vor diesem Hintergrund, dass es in den vergangenen Monaten beim Handel mit den alten griechischen Staatsanleihen turbulent und sehr volatil zugegangen ist.

          Obwohl die Abwicklungsmodalitäten noch nicht völlig klar sind, wird am Markt inzwischen auch längst wieder nach vorne geblickt. Eine der Frage, die sich die hartgesottenen Spekulanten stellen ist wie es wohl künftig mit den neuen griechischen Staatsanleihen weitergehen wird. Geht es nach dem Willen der Verantwortlichen in Athen, dann sollen von der Umschuldung alle ausstehenden Staatsanleihen des Landes betroffen sein, die sich im Besitz privater Akteure befinden.

          Entsprechend müssten normalerweise alle diese Emissionen mit einem Volumen von insgesamt 206 Milliarden Euro dieselbe Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen, schreibt DZ Bank-Analyst Henrik Lodde in einer Studie. Doch noch werden am Rentenmarkt für diese hellenischen Anleihen verschiedenste Preise aufgerufen, die alle sehr unterschiedliche Ausfallwahrscheinlichkeiten widerspiegeln. Konzentriert man sich zudem bei der Analyse auf die Emissionen mit einem ausstehenden Volumen von mindestens 5 Milliarden Euro, dann fielen zudem zu Beginn der Woche zudem die durchgängig hohen Geld/Brief- Spanne von durchschnittlich 4,3 Prozentpunkten auf.

          Aktuelle Kursfindung basiert auf komplizierten Details

          Nicht zuletzt wegen der großen Illiquidität im Finanzmarktsegment griechischer Staatsanleihen ist es laut Lodde nicht verwunderlich, dass die aktuellen Preise und impliziten Ausfallwahrscheinlichkeiten für diese Papiere weit auseinandergehen. Setzt sich der Kurs jeder aktuell am Markt notierenden griechischen Staatsanleihe doch momentan aus drei Bestandteilen zusammen. Als erstes komme dabei die Verlustkomponente. Sie betrage 53,5 Prozent. Denn auf 53,5 Prozent des ursprünglich ausstehenden Nominals sollen die Halter griechischer Anleihen nach den Vorstellungen der Regierung in Athen demnächst verzichten.

          Der zweite Bestandteil sei die „Bar“-Komponente. Sie umfasse 15 Prozent des Nominalwertes. Halter aktuell ausstehender griechischer Staatsanleihen sollen, entsprechend den Überlegungen zum anstehenden Schuldentausch, zu 15 Prozent des ursprünglichen Nominalwertes kurzlaufende EFSF-Papiere erhalten. Spannend werde die Zusammensetzung des dritten Bausteins zur Bestimmung des Anleihepreises. Ausgehend von der Aussage, dass 31,5 Prozent der Anleihenominale in neue 30-jährige Anleihen Griechenlands getauscht werden sollen, müsse dieser Bestandteil mit dem dann gültigen Marktwert der neuen Anleihe gewichtet werden.

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