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Anleihemarkt : Italien und Spanien gleichauf

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Anleger an den Anleihemärkten bewerten Italien und Spanien nun wieder mit annähernd derselben Kreditwürdigkeit. Die Zehnjahresrenditen beider Länder liegen unter 5 Prozent.

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          Die Kurse besonders italienischer Staatsanleihen haben am Tag nach dem zweiten EZB-Dreijahrestender weiter zugelegt. Die Rendite zehnjähriger Schuldtitel der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums lag am Nachmittag unter 5 Prozent. Das ist nicht nur der niedrigste Stand seit Mitte des zurückliegenden Jahres. Nunmehr befindet sich die Rendite der langlaufenden Italienanleihen auf annähernd demselben Niveau wie entsprechende Papiere Spaniens.

          Seit der vorübergehend abermaligen Eskalation der Euro-Krise im vergangenen Herbst lagen die italienischen Renditen häufig um einen ganzen Prozentpunkt oder noch mehr über korrepondieren spanischen Papieren. Als Grund angeführt wurde das deutlich geringe öffentliche Verschuldungsniveau Spaniens. Außerdem gewann der neue spanische Ministerpräsident Rajoy tendenziell früher das Vertrauen der Anleger als es der Berlusconi-Nachfolger Monti. Zu Jahresbeginn betrug die Zehnjahresrendite Italiens noch rund 7 Prozent.

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          Am kurzen Laufzeitende liegen die italienischen Renditen mittlerweile sogar wieder signifikant unterhalb der spanischen. Zweijährige Itlaienanleihen weisen derzeit eine Rendite von 1,8 Prozent auf, das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2010. Entsprechende spanische Titel rentieren mit mehr als 2 Prozent. Kreditausfallderivate (CDS) auf beide Länder kosten aktuell nach Angaben des Datenanbieters Bloomberg etwa gleichviel. Der Preis italienischer CDS auf fünfjährige Staatsanleihen hat dabei unlängst die 200-Tagelinie nach unten durchbrochen, was zumindest aus charttechnischer Sicht kein unbedeutender Faktor sein dürfte.

          Ein wesentlicher Grund vor allem im kurzen und mittleren Laufzeitbereich sind nach einhelliger Auffassung die beiden dreijährigen Finanzierungsprogramme der Europäischen Zentralbank gewesen. An diesem Mittwoch stellte die EZB insgesamt 800 Instituten beinahe 530 Milliarden Euro zum Leitzins für drei Jahre zur Verfügung. Anfang Dezember waren es beim ersten Geschäft dieser Art rund 490 Milliarden Euro gewesen. 

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