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Unternehmensanleihen : Anlegerschutz sperrt Sparer vom Markt für Anleihen aus

  • -Aktualisiert am

Nur gucken, nicht zeichnen gilt auch für Novartis. Bild: Reuters

Gut gemeinte aber schlecht durchdachte Regeln verhindern, dass Privatanleger Unternehmensanleihen zeichnen und kaufen können. Dabei gibt es weit riskantere Anlagen.

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          Privatanleger finden nur schwer zu ihnen passende Anleihen. Das liegt zum großen Teil am gutgemeinten, aber schlecht durchdachten Anlegerschutz, der Verbraucher aus der wichtigen Anlageklasse der Unternehmensanleihen geradezu aussperrt. Dafür finden sich zahlreiche Negativbeispiele auch unter den in den vergangenen Tagen emittierten Bonds.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu nennen wäre etwa das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis, der Gabelstaplerhersteller Kion, die niederländische Heimwerkerkette Maxeda, der Konsumgüterkonzern Mondelez oder die internationale Brauereigruppe Carlsberg aus Dänemark.

          Schuld an der Misere ist eine bürokratische Fußnote: Anleihen mit einem harmlosen und marktüblichen Kündigungsrecht des Emittenten gelten laut EU-Definition als verpackte Wertpapiere und dürften nur mit Basisinformationsblatt und Risikobelehrung verkauft werden. Die meisten der eben genannten Unternehmen zahlen vernünftige Zinsen, verfügen über solide Kreditwürdigkeit und über konjunkturresistente Produkte, eignen sich also durchaus als Schuldner im Anleihenportfolio eines Privatanlegers.

          Emittenten nicht auf Privatanleger angewiesen

          Doch stellen die Mindeststückelungen ab 100.000 Euro ein Ausschlusskriterium dar, zudem liegen für die Wertpapiere keine Basisinformationsblätter vor, die laut Anlegerschutzvorschriften einen Überblick über den Emittenten, die Konditionen und die Risiken geben müssen. Weil die Unternehmen sich vor Haftungsrisiken gegenüber Privatanlegern schützen und regulatorischen Aufwand vermeiden wollen, wählen sie kurzerhand hohe Stückelungen und verzichten auf die Basisinformationsblätter.

          Die Emittenten können sich das erlauben, da ihnen üppig Geld von unter Anlagedruck leidenden institutionellen Anlegern zufließt. Nur gucken, nicht zeichnen heißt es hingegen für Privatanleger. Sie dürfen in Einklang mit den EU-Regeln jedoch weit riskantere Wertpapiere kaufen, etwa Hebelzertifikate auf die Wirecard-Aktie oder den volatilen Ölpreis. Bei solchen Produkten legen die Emittenten die Informationsblätter nur zu gern bei, damit der Verkauf floriert. Besser wird das Investment dadurch nicht.

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