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Anlegerschutz : Tätigkeitsnachweis statt Augenmaß

  • -Aktualisiert am

Der Skandal um den Anbieter von Container-Investments P&R hat den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Bild: dpa

Die Skandale um P&R und Wirecard haben die Politik auf den Plan gerufen. Doch das geplante Verbot von Blindpools zeugt mehr von Tätigkeit als sinnvollem Anlegerschutz.

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          Der Anlegerschutz ist ein hohes Gut. In der Vergangenheit wurde dieser vernachlässigt. Doch mitunter verkehren sich Dinge ins Gegenteil. Das Bemühen um Kostentransparenz bei Fonds etwa hat mehr Verwirrung als Klarheit geschaffen. Auch dass Anleger viele Dollar-Anleihen guter Bonität nicht mehr kaufen dürfen, dafür aber jede miese Euro-Ramschanleihe, ist fragwürdig.

          Jetzt also das Verbot von Blindpools, das weder den P&R-Skandal noch irgendeinen Schiff-, Film- oder A380-Fonds verhindert hätte, mit dem Anleger Schiffbruch erlitten haben. Das ist durchaus auch Befürwortern bewusst, wenn sie einen „Finanz-TÜV“ oder „Finanz-Arzt“ fordern. Zielführend sind solche Ideen, die einen tiefen Eingriff in die persönliche Freiheit darstellen, bestenfalls teilweise. Investitionen sind unsicher. Der „Finanz-TÜV“ hat keine Glaskugel, und Ärzte wissen über Patienten wenig.

          Verbote und Aufsicht sorgen für Vollkaskomentalität und weniger eigenverantwortliches Risikobewusstsein. Gebraucht wird eine breite Finanzbildung. Dafür zu sorgen ist auch mit Blick auf die Altersvorsorge sinnvoller – aber eben komplizierter als ein schnelles Pauschalverbot als Tätigkeitsnachweis der Politik.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

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