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Fieber am Finanzmarkt : Grüne Versprechen

Streitfall Atomkraft: Kühltürme im tschechischen Temelin Bild: dpa

Die Anleger stürzen sich auf nachhaltige Anlagen. Doch damit steigt die Gefahr einer Überhitzung.

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          Am Finanzmarkt grassiert das grüne Fieber. Das ist kein neuer Befund, doch die Temperatur steigt. Das zeigt die hohe Nachfrage nach der ersten grünen EU-Anleihe am Dienstag. Die Investoren sind begeistert, wenn sie ökologischen und nachhaltigen Zielen dienen können. Doch birgt das grüne Fieber die Gefahr einer Überhitzung. So wichtig die Begeisterung für nachhaltige Anlageprodukte ist, mit ihr nimmt auch die Wahrscheinlichkeit von Kursübertreibungen und einer Vernachlässigung der Risiken zu. Das trifft auf nachhaltige Anlagen besonders zu, weil noch längst keine Einigkeit darüber besteht, mit welchen Produkten die Welt gerettet werden soll.

          An der Nachhaltigkeit scheiden sich die Geister, wie der Streit um die Atomkraft in der EU zeigt. Manche Emittenten wollen am Markt derzeit mit einem grünen Anstrich glänzen, auch wenn sich darunter nicht wirklich ein dem Klima- und Umweltschutz dienender Inhalt verbirgt. Ob dieses sogenannte Greenwashing der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, der DWS, vorgeworfen werden kann, das prüfen noch amerikanische und deutsche Aufseher.

          Aber der Aktienkurseinbruch zeigt, wie Zweifel am grünen Antlitz das Vertrauen in Finanzinstitute schwächen können. Da wäre es ratsam, sich vor allem Gedanken über Transparenz und Nachvollziehbarkeit grüner Produkte zu machen, anstatt sich nur darum zu kümmern, wie sich die grüne Werbetrommel noch schneller rühren lässt.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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