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Chance 2021 : Alles Corona oder was?

Das Coronavirus brachte die Aktienmärkte durcheinander. Wie geht es im nächsten Jahr weiter? Bild: dpa

Für Reise- und Luftfahrt-Titel brauchen Anleger gute Nerven, die Pharmabranche ist einen Blick wert. Was sind die Chancen für das Jahr 2021? Wir geben den Überblick in einer neuen Serie zur Geldanlage.

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          Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als wir vor rund einem Jahr über die Chancen 2020 schrieben, waren die Schlagworte klar: Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit. Für diejenigen, die es dann noch ein bisschen diversifizierter wollten, kamen noch die Unterpunkte Gold, ETFs, Fintechs, Private Equity oder auch grüne Anleihen hinzu. All das waren unsere Chancen für Anleger im Jahr 2020.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Die Themen waren keinesfalls falsch gesetzt, die Liste war nur unvollständig. Was keiner auf dem Zettel hatte, war das Coronavirus. Mit aller Macht drängt das Virus in alle Bereiche des Lebens vor und lässt nichts unverschont. Auch aus Anlegersicht hat das Virus vieles verändert. Die Themen bleiben uns 2021 erhalten, und doch hat sich so manches verschoben.

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          Tourismus und Luftfahrt boten aus Anlegersicht schon immer nicht ganz einfache Investmentoptionen, aber für Anlagen in diesen Sparten muss man starke Nerven und ein dickes finanzielles Polster haben. In Zeiten, in denen sogar in Deutschland Risikogebiete ausgewiesen werden, rücken Reisen ins Ausland vorerst in weite Ferne.

          Unternehmen wie TUI oder auch die Deutsche Lufthansa brauchen die Hilfe des Staates, um überhaupt überleben zu können. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte gesagt, dass die Lufthansa 500 Millionen Euro im Monat an Geldabflüssen hat. Das sind umgerechnet eine Million Euro alle 90 Minuten. Boeing musste verkünden, dass sie in den nächsten zehn Jahren mit einem deutlich geringeren Bedarf an neuen Verkehrsflugzeugen rechnen. Die Nachfrage werde sich erst zwischen 2029 und 2039 wieder erholen. Keine rosigen Aussichten. Kein Wunder, dass die Aktienkurse von Tourismus- und Luftfahrtunternehmen am Boden liegen. Da helfen auch die kurzfristigen Ausreißer nach oben nichts, die dank der Erfolge um den Corona-Impfstoff Luftfahrtaktien beflügelten.

          Erholung an den Finanzmärkten

          Aktien aber sind tatsächlich ein gutes Stichwort. Denn nach dem Crash im März, als die Anleger geradezu panikartig ihre Aktien verkauften, haben sich die Märkte schnell wieder erholt. Zwischenzeitlich konnte man gar den Eindruck haben, als hätten sich die Finanzmärkte von der darniederliegenden Realwirtschaft abgekoppelt.

          Bei näherer Betrachtung ist die Erklärung dafür nicht weit: Es gibt schlichtweg kaum Alternativen zu Aktien. Die Niedrigzinspolitik pumpt immer mehr Geld in die Märkte und macht Aktien attraktiv. Bei Anleihen ist fast nichts zu holen und bei Immobilien droht das Platzen einer Blase. Anleger tun also gut daran, die Zeiten für den Aufbau ihres Aktienbestands zu nutzen. Doch blinder Zukauf ist falsch. „Als Anleger braucht man unbedingt eine Bewertungsdisziplin“, sagt Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Union Investment. „Irgendwann ergibt es keinen Sinn mehr, jeden Preis zu bezahlen.“

          Wer auf Einzelaktien setzt, sollte Pharma in den Blick nehmen. Die Corona-Krise hat die Pharmaunternehmen in den Fokus gerückt. Doch muss auch jedem klar sein, dass nicht jeder, der an einem Impfstoff forscht, auch damit Erfolg haben wird. Die Wahrscheinlichkeiten, dass Produkte in die klinische Erprobung und dann auch auf den Markt kommen, sind sehr schwer zu bestimmen. Dennoch gehören Pharma und Biotechnologie zu den Gewinnern dieser Krise, und sie haben ohnehin ein enormes Zukunftspotential. Die Menschen werden immer älter, das Thema Gesundheit oder auch vielmehr die Vermeidung von Krankheiten spielt eine immer wichtigere Rolle.

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