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Häuserkauf-Kommentar : Anlagetipps von der EZB

Lieber in Häuser investieren als sparen. Das empfiehlt EZB-Vize Vítor Constâncio den Deutschen (Symbolbild). Bild: dpa

Der EZB-Vize rät den Deutschen, ihr Geld in Häuser zu investieren, anstatt es auf dem Konto liegen zu lassen. Seine Argumente sind nicht besonders überzeugend.

          Es klingt einerseits banal und richtig, was EZB-Vize Vítor Constâncio den deutschen Bürgern zum Abschied mitteilt: Sie müssen das hart erarbeitete Geld nicht auf dem Konto bei Minizinsen vergammeln lassen. Es gibt andere Anlagen mit auf Dauer höheren Renditen – Aktien etwa.

          Aber ist es wirklich Aufgabe eines Zentralbankers, Anlagetipps zu geben? Er sollte damit zurückhaltend sein. Constâncio rief die Deutschen indirekt dazu auf, die Nullzinspolitik der EZB zu nutzen, um sich auf Kredit ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Der Portugiese verweist auf Kulturunterschiede – etwa die höhere Neigung der Südländer, sich auf Pump ein Haus zu bauen. Die Deutschen hätten mehr von der Niedrigzinspolitik der EZB profitieren können, sagt Constâncio.

          Dabei unterschlägt er, dass die Deutschen insgesamt eine Nettogläubiger-Nation sind. Drückt die EZB die Zinsen, so belastet dies die Gläubiger und entlastet die Schuldner. Auch Constâncios Hinweis auf frühere Phasen mit negativen Realzinsen auf Konten überzeugt nicht, denn damals warfen zumindest Staatsanleihen noch ganz ansehnliche Renditen ab. Diese sind nun, auch dank EZB-Kaufprogramm, verdampft.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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