https://www.faz.net/-gv6-9anlz

Häuserkauf-Kommentar : Anlagetipps von der EZB

Lieber in Häuser investieren als sparen. Das empfiehlt EZB-Vize Vítor Constâncio den Deutschen (Symbolbild). Bild: dpa

Der EZB-Vize rät den Deutschen, ihr Geld in Häuser zu investieren, anstatt es auf dem Konto liegen zu lassen. Seine Argumente sind nicht besonders überzeugend.

          1 Min.

          Es klingt einerseits banal und richtig, was EZB-Vize Vítor Constâncio den deutschen Bürgern zum Abschied mitteilt: Sie müssen das hart erarbeitete Geld nicht auf dem Konto bei Minizinsen vergammeln lassen. Es gibt andere Anlagen mit auf Dauer höheren Renditen – Aktien etwa.

          Aber ist es wirklich Aufgabe eines Zentralbankers, Anlagetipps zu geben? Er sollte damit zurückhaltend sein. Constâncio rief die Deutschen indirekt dazu auf, die Nullzinspolitik der EZB zu nutzen, um sich auf Kredit ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Der Portugiese verweist auf Kulturunterschiede – etwa die höhere Neigung der Südländer, sich auf Pump ein Haus zu bauen. Die Deutschen hätten mehr von der Niedrigzinspolitik der EZB profitieren können, sagt Constâncio.

          Dabei unterschlägt er, dass die Deutschen insgesamt eine Nettogläubiger-Nation sind. Drückt die EZB die Zinsen, so belastet dies die Gläubiger und entlastet die Schuldner. Auch Constâncios Hinweis auf frühere Phasen mit negativen Realzinsen auf Konten überzeugt nicht, denn damals warfen zumindest Staatsanleihen noch ganz ansehnliche Renditen ab. Diese sind nun, auch dank EZB-Kaufprogramm, verdampft.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Armin Laschet sitzt im Studio für die „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl.

          TV-Kritik: Bundestagswahl : Ein desillusionierender Fernsehabend

          Zunächst waren die Demoskopen die einzigen Wahlsieger. Wer noch dazu gehören wird, das hängt von der Kooperationsbereitschaft der FDP und der Grünen ab. Sie bestimmen, wer Bundeskanzler wird. Armin Laschets Schwäche könnte seine Chance sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.