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Anlagestrategien : Der Value-Ansatz

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Vor allem Werthaltigkeit zählt Bild: FEM

Es muss nicht immer Wachstum sein. Warren Buffett, die Ikone der klassischen Value-Strategie, hat es uns vorgemacht.

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          „Value-Ansatz“ nennt sich eine Anlagephilosophie, die auf „werthaltige“ Aktien versucht zu setzen. Als werthaltig darf ein Unternehmen gelten, das eine gute Marktstellung, hohe Renditen und eine kontinuierliche Gewinnentwicklung aufweisen kann. Als gegensätzliche Strategie gilt der „Growth-Ansatz“, bei dem weniger die Einzelbewertung bestimmter Unternehmen, sondern vielmehr die Wachstumsdynamik ihrer Branche die Auswahl bestimmt.

          Die Idee hinter dem „Value-Ansatz“ ist es, unter den „werthaltigen“ Unternehmen in diejenigen zu investieren, die gegenwärtig „unterbewertet“ sind und die damit ein entsprechendes Kurssteigerungspotential erwarten lassen. „Unterbewertet“ heißt, dass die Aktie ein im Branchenvergleich unterdurchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis aufweist. Im Ideal wächst das Value-Depot also mit relativ verlässlichen, langfristig stetigen Raten. So weit die Theorie dieses Ansatzes.

          Abgrenzung problematisch

          In der Praxis zeigt sich, wie schwierig es ist, eine Aktie als „werthaltig“ oder als „Wachstumswert“ einzuordnen. Zwar findet man oft Aktien aus „defensiven“ Branchen wie Versorger, Versicherer oder Pharma in einem Value-Depot. Aber diese Regel gilt keineswegs immer. Eine deutsche Eon muss nicht immer Value, und eine SAP muss erst Recht nicht immer Growth sein. Die Trennung ist nicht statisch, sondern relativ.

          Das Problem dabei: die Einstufungen beruhen letztlich auf Zukunftserwartungen. Value-Aktien sind genau genommen die Wertpapiere, bei denen die Erwartungen der Investoren bezüglich Wachstum und Profitabilität gering sind. Man kann sie daher auch genauer, aber weniger elegant als „Niedrige Erwartungs-Aktien“ bezeichnen. Will man also eine konsequente Value-Strategie verfolgen, muss das Depot konsequent von Zeit zu Zeit angepasst werden.

          Wer hat die Nase vorn: Growth oder Value?

          Wie Langfrist-Studien ergaben, ist die Frage nach der besseren Strategie nicht eindeutig zu beantworten. Je nach Startpunkt wechseln die Sieger. Fest steht aber, dass die Favoriten in unterschiedlich langen Zyklen wechseln. Value-Aktien stiegen dabei oft weniger heftig, dafür aber kontinuierlicher an als Wachstumswerte. Diese Zyklen dürfen übrigens keineswegs mit Hausse- und Baisse-Phasen verwechselt werden.

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