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Anlagestrategie : Auf welche Megatrends sich die Anleger einstellen müssen

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Der rasante Wandel der Welt beeinflusst das Anlageverhalten Bild: dpa

Die Welt befindet sich stark im Wandel. Das hat auch Auswirkungen auf das Anlageverhalten. Eine Allianz-Studie erklärt, worauf Investoren achten sollten.

          8 Min.

          Die Welt verändert sich rasant. Das klingt zwar nach einer Binsenweisheit, lässt sich aber durchaus mit einigen beliebigen Zahlen belegen. So werden weltweit in jeder Sekunde 4,3 Menschen geboren, 472127 Dollar Warenwert gehandelt, 201864 Dollar Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) zusätzlich erbracht, 14212 -Dollar an chinesischen Devisenreserven angehäuft, 170921 Liter Erdöl verbraucht, 1.051 Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, 50540 Internetsuchanfragen gestellt und 1.084,60 Dollar Umsatz beim Onlinehändler Amazon generiert.

          Bild: Allianz Global Investors

          Und der Wandel geht unvermindert weiter. In einer Studie geht Dennis Nacken davon aus, dass die Welt bis auf Weiteres vor allem durch die beiden sehr langfristig wirkenden Treiber Globalisierung und Demografie verändert wird. Der Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors rechnet deshalb mit einer anhaltenden globalen Nachfrageverschiebung. Dieser Trend wirke zwar schon länger, die volle Tragweite dürfte sich aber erst in den nächsten Jahrzehnten erst noch entfalten. So habe sich der Eiserne Vorhang zwar bereits Ende der 1980er Jahre geöffnet und mit der politischen Wende seien Staaten wie Russland, China und Indien auf die Marktwirtschaft umgeschwenkt. Doch mit dem Wegfall technologischer Schranken durch das Internet habe die Globalisierung eine neue Qualitätsstufe erreicht. Nicht nur Waren können per Knopfdruck auf jedem Fleck der Erde angeboten werden, vielmehr erlaube das Internet nun auch den Export von Dienstleistungen. So ist der Welthandel seit 1987 im Volumen um das 4,5-Fache gestiegen, obwohl sich die globale Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) im gleichen Zeitraum lediglich verdoppelt hat, wie Nacken vorrechnet.

          Vor allem Schwellenländer diktieren den Wandel

          Während sich die Welt immer stärker vernetze, sei jedoch demografisch betrachtet eine zunehmende Zweiteilung der Erde erkennbar: In den Industriestaaten schrumpfe die Bevölkerung und werde immer älter. In den Schwellenländern wachse die Bevölkerung weiter und bleibe vergleichsweise jung. So wird die weltweite Bevölkerung nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) um über 30 Prozent von derzeit rund 7 Milliarden auf mehr als 9,3 Milliarden bis 2050 steigen. Und bereits heute seien davon 82 Prozent in den aufstrebenden Staaten beheimatet (siehe Schaubilder). Aus diesen beiden Metatrends dürften sich in Zukunft weitere langfristige Entwicklungen (Megatrends) ableiten: eine Verlagerung der wirtschaftlichen Gravitationszentren, der Weg hin zu einer effizienteren Nutzung der weltweiten Ressourcen sowie eine engere Verzahnung von Mensch und Maschine.

          Globaler Trend - Demografie
          Globaler Trend - Demografie : Bild: Allianz Global Investors

          Es seien insbesondere die Schwellenländer, in denen sich die Trends der Globalisierung und des Bevölkerungswachstums bündele und unverändert für einen strukturellen Wachstumsschub sorgten. Ein wirtschaftlicher Aufholprozess in den aufstrebenden Staaten, ähnlich wie ihn die heutigen Industriestaaten nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hätten. Stellten die Schwellenländer bereits seit langem den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung (circa 82 Prozent), so seien sie während der vergangenen Jahrzehnte auch ökonomisch immer bedeutender geworden. Gemessen an der weltweiten Wertschöpfung hätten sie schon jetzt einen Anteil von über 35 Prozent. Würden dabei die Kaufkraftunterschiede mitberücksichtigt, wären es sogar knapp 50 Prozent. Auch der Anteil am globalen Energieverbrauch ist mittlerweile in dieser Liga angekommen (siehe Schaubilder). Gleichzeitig scheinen sich die aufstrebenden Staaten laut Nacken zunehmend zum Stabilitätsanker zu entwickeln. Denn immerhin verfügten sie über zwei Drittel aller Devisenreserven und lediglich 15 Prozent der weltweiten Staatsschulden lasten auf ihnen.

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