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Anlage-Erfolgskriterien : Streuen - aber nie die Übersicht verlieren

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Streuen - aber mit Übersicht Bild:

Anleger sollten die Geldanlage nicht dem Zufall überlassen. Schon mit zehn Aktien lässt sich das Risiko eines Portfolios deutlich verringern. Die Auswahl erfolgt am besten nach fundamentalen und technischen Kriterien.

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          „Lege nie alle Eier in einen Korb, denn es könnte ein Loch darin sein“, lautet ein Ratschlag erfahrener Börsianer an den Neueinsteiger. Denn die haben als alte Hasen schon einiges gesehen: Unternehmen, die zuerst vielversprechend erschienen, kometenhaft aufstiegen - nur um wenige Monate später in der Pleite zu enden. Oder selbst große, vermeintlich „sichere Wetten“, die trotz aller ursprünglichen Solidität in Schwierigkeiten gerieten.

          Aus diesem Grund sollten Anleger nie alles auf eine Karte setzen, sondern auf verschiedene Anlageformen bauen. Etwa einen Teil in Anleihen und den anderen in Aktien. Wählt er Staatsanleihen solider Industriestaaten und hat die Absicht, diese bis zum Verfall zu halten, so braucht er sich kaum noch darum zu kümmern. Die Zinsen werden regelmäßig eintreffen und die Rückzahlung wird pünktlich erfolgen.

          Streuen - nicht verzetteln

          Den Aktienanteil sollte er jedoch im Blick behalten. Denn auf Grund der Wirtschaftsdynamik sind Unternehmen immer wieder dazu gezwungen, ihre Strategie an die Aktualität anzupassen. Dabei kann immer etwas schief gehen und zu Schwierigkeiten führen. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, die Aktien verschiedener Unternehmen ins Depot zu legen. Legt eine davon eine unterdurchschnittliche Entwicklung hin, können das die anderen immer noch ausgleichen.

          Zu viele dürfen es allerdings nicht werden, sonst geht die Übersicht verloren. Denn gerade bei seltenen, außergewöhnlichen Entwicklungen kann auch einmal ein schneller Verkauf notwendig werden, um weiteren Schaden zu vermeiden. Genau aus diesem Grund sollte ein Anleger immer die wesentlichen Entwicklungen bei seinen Unternehmen im Blick und im Hinterkopf haben. Beim Zeitunglesen, Fernsehen oder Internetsurfen muss es sofort „klick“ machen, wenn er kritische Nachrichten hört. Vorteil: bei positiven Nachrichten wird auch regelmäßig sein Wohlbefinden steigen.

          In der Praxis genügen schon etwa zehn Aktien aus unterschiedlichen Branchen, um eine angemessene Streuung zu erreichen. Mit viel mehr Unternehmen wird sich der normale Anleger in der Regel auch nicht intensiv genug beschäftigen können. Deswegen lautet das Fazit: Aktien streuen - sich aber auf keinen Fall verzetteln.

          Fundamentales mit Charttechnik kombinieren

          Wie lassen sich die richtigen Aktien finden? Zunächst einmal sicherlich über die fundamentalen Kennzahlen. Die richtigen Fragen lauten: Macht ein Unternehmen Gewinn, wie viel Umsatz erzielt es, welche Gewinne und Umsätze sind in der Zukunft zu erwarten, wie wird sich voraussichtlich die Branche entwickeln und - wie sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis aus? Oder anders formuliert - der Aktienkurs in Relation zu den erwarteten Gewinnen.

          Dabei gibt es allerdings ein Prognoseproblem. Denn wer kann die Gewinnentwicklung schon genau und präzise voraussagen? Es gibt zwar viele Experten. Aber selbst ihre durchschnittliche Meinung hat sich in der Vergangenheit immer wieder einmal als falsch erwiesen.

          Anders sieht es dagegen mit Fachleuten aus, die direkt in der jeweiligen Branche tätig sind und ganz genau wissen, wie der Hase läuft. In der Regel sind auch sie Anleger. Auf Grund präziserer Informationen kaufen oder verkaufen sie jedoch früher als viele andere Marktteilnehmer. Nicht selten sogar gegen den Trend. So kann es sein, dass sich der Fall einer Aktie längst abbremst, obwohl die Stimmung für das Unternehmen noch sehr negativ ist. Umgekehrt kann sich der Kursanstieg abflachen, obwohl die Meinung im Markt noch euphorisch ist. Ein hundertprozentig zuverlässiges Kriterium ist dies aber nicht. Auch Insider können ein emotionales Verhältnis zu einem Unternehmen bzw. einer Aktie entwickeln.

          Genau das zeigt sich aber in der Kursentwicklung. Dort lässt sich ganz nüchtern ablesen, was an der Börse tatsächlich passiert. Und nur das ist entscheidend, nicht die Stimmung. Folglich lassen sich Marktveränderungen anhand von Charts oder anderen technischen Instrumenten ablesen, lange bevor die Stimmung umschlägt. Geschickt ist deswegen eine Kombination zwischen fundamentaler und technischer Analyse.

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