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Anlage-Erfolgskriterien : Hin und her macht Taschen leer

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Statt „hin und her” auf Trends setzen Bild:

Wer an der Börse hektisch handelt, steigert selten seinen Erfolg. Schnell und günstig traden ist nicht alles. Geduld macht sich bei „trendigen“ Investments bezahlt. Es empfiehlt sich, Trends und Momentum zu spielen.

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          Was die Werbung nicht alles verspricht! In einer davon werden fünf Gründe genannt, um Kunde bei einer Direktbank zu werden. Ein Grund lautet: „schnell und günstig traden“. Das klingt gerade so, als ob das das entscheidende Kriterium für eine erfolgreiche Anlagestrategie sei. Insgeheim wird suggeriert, jedermann könne mit ein paar schnellen Börsengeschäften innerhalb kurzer Zeit zu einem Vermögen kommen.

          Das ist zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dürfte allerdings alles andere als die Regel sein. Denn erfolgreiches „Trading“ an der Börse ist nur mit viel Erfahrung möglich, bedeutet harte, disziplinierte Arbeit und führt nur im Durchschnitt zum Erfolg. Selbst professionelle Anleger würden niemals davon ausgehen, bei jedem Einzelgeschäft erfolgreich zu sein. Vielmehr setzen sie darauf, in der Mehrheit der Fälle Gewinne zu erzielen. Dabei sind selbst bei ihnen längere verlustreiche Phasen möglich. Diese können sie nur mit einer fundierten Kapitaldecke überstehen und die Verluste später wieder ausbügeln.

          Regel: Hin und Her macht Taschen leer

          Für den normalen Anleger dürfte eher gelten: Hin und Her macht Taschen leer. Wer hektisch agiert und viele Geschäfte macht, fördert zunächst erst einmal seine Bank oder seinen Broker. Denn der verdient an jedem Geschäft über Courtagen und andere Provisionen. Manche eher unseriösen Gesellschaften haben es sogar gerade darauf abgesehen. Ohne Rücksicht auf die Erfolgsaussichten der Aktivitäten werden die Konten teilweise sogar mehrfach täglich umgeschichtet - bis unter Umständen nichts mehr da ist.

          Natürlich lässt sich das überblicken, solange man die Aufträge selbst erteilt. Aber im Hinterkopf sollte immer der Gedanke an anfallende Spesen eine Rolle spielen. Denn diese mindern neben der anfallenden Spekulationssteuer und der Geld-Brief-Spanne das Ergebnis sämtlicher kurzfristigen Transaktionen. Wer dabei häufig falsch liegt, verliert doppelt. Er muss sich nicht nur die Kursverluste ans Bein streichen, sondern dazu kommen die ganzen Nebenkosten und die verschwendete Zeit. Die hätte sicherlich ertragreicher verwendet werden können, beispielsweise für ganz normale Arbeit.

          Regel: Trends und Momentum spielen

          Was machen erfolgreiche Anleger anders? Sie schielen nicht permanent auf die kurzfristig eintrudelnden Neuigkeiten und reagieren darauf nicht mit hektischen Börsenorders. Sondern sie konzentrieren sich auf die Identifikation relativ eindeutiger Chancen und nutzen diese für eine längerfristige Anlage. Ein Weg zum Erfolg kann die Selektion nach fundamentalen und technischen Kriterien sein.

          Mit diesem Vorgehen lassen sich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen wird diversifiziert - und nicht alles auf eine Karte gesetzt. Zum anderen werden „hoffnungslose Fälle“, etwa Unternehmen mit hoher Verschuldung oder mit massiven Verlusten, übergangen. In der Regel werden Aktien übrig bleiben, die schon in der Vergangenheit einen schönen Aufwärtstrend hingelegt haben oder bei denen sich auf Basis solider Daten einer abzeichnet. Dann heißt es nur noch, Einsteigen und die „Welle reiten“, bis sie auf die Klippen trifft.

          Als „Rettungsring“ kann sich der Anleger dabei „wandernde Stopp-Loss-Marken“ anlegen, die er auf dem Weg nach oben anpasst. Aussteigen - sprich verkaufen - wird er frühestens dann, wenn die Kursdynamik erlahmt. Denn vorher vergibt er weitere Ertragsmöglichkeiten. Die Reißleine wird er aber spätestens dann ziehen, wenn der langfristige Aufwärtstrend gebrochen wird. Denn dann hat sich sehr wahrscheinlich etwas am Umfeld geändert.

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