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Angst vor neuem Wirecard-Fall : Grenke-Kurs fällt wieder zurück

Die Grenke-Zentrale in Baden-Badem Bild: dpa

Vorstand und Aufsichtsrat wollen am Nachmittag ausführlich Stellung nehmen. Der Gründer Wolfgang Grenke hat sich schon gegen die Kritik verteidigt.

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          Die Aktie des Leasingunternehmens Grenke hat am Freitag seine Kursgewinne zur Handelseröffnung nicht halten können. Der Titel liegt mit 33,50 Euro um 6 Prozent im Minus, nachdem er in den ersten Minuten noch 8,6 Prozent an Wert gewonnen hatte. Damit setzen sich die starken Kursschwankungen vom Donnerstag fort, als der Kurs zwischen einem Minus von mehr als 10 Prozent und einem Plus von fast 47 Prozent gependelt war. Bis zum Handelsschluss am Donnerstag konnte sich der Kurs von den schweren Verlusten an den beiden Vortagen um 33,6 Prozent erholen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der britische Investor Fraser Perring hatte am Dienstag mit seinen Vorwürfen von falschen Bilanzen und Geldwäsche schwere Kursverluste ausgelöst. Zeitweise hatte Grenke mehr als die Hälfte des Börsenwertes verloren. Nun beträgt das Minus noch immer ein Drittel. Vorstand und Aufsichtsrat halten die Vorwürfe von Perrings Analysehaus Viceroy Research für unbegründet und prüfen rechtliche Schritte. Grenke-Gründer Wolfgang Grenke hat das Franchisesystem des Leasingkonzerns unterdessen gegen die Kritik verteidigt.

          GRENKE AG NA O.N.

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          „Das Franchisesystem ist einer der Erfolgsfaktoren der Grenke AG und einer der wesentlichen Treiber für die Expansion der letzten zehn Jahre wie auch für unser künftiges Wachstum“, sagte er laut einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft Mannheim teilte im Zusammenhang mit dem Grenke-Kurssturz mit, ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet zu haben.

          Am Freitagnachmittag wollen sich der Grenke-Vorstand und -Aufsichtsrat Fragen von Analysten und Investoren stellen. Das Unternehmen hat auch die Behauptung zurückgewiesen, dass ein Großteil der ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existiere, mit dem Hinweis auf entsprechende Bundesbank-Konten. Die Bundesbank äußert sich zwar nicht zu Einzelunternehmen, aber in ihrem Umfeld wurden die Angaben von Grenke nicht dementiert.

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