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Angst vor Krieg : Börsen reagieren nervös auf Eskalation am Golf

  • Aktualisiert am

Eine Chemiefabrik in Iran Bild: AP

Die Eskalation im Konflikt zwischen Amerika und Iran lässt den Ölpreis steigen. Anleger klammern sich an Anleihen und Gold, Aktienkurse dagegen sinken. Der Kurs der Lufthansa bricht ein.

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          Die Ölpreise haben am Freitag mit deutlichen Aufschlägen auf die Tötung eines iranischen Generals durch das amerikanische Militär reagiert. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,18 Dollar. Das waren 1,93 Dollar mehr als am Donnerstag. Auch der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,70 Dollar auf 62,88 Dollar.

          Zeitweise waren die Erdölpreise noch deutlicher gestiegen. Der amerikanische Ölpreis erreichte mit 63,84 Dollar den höchsten Stand seit Mai 2019. Damit wurde sogar der Höchststand vom vergangenen September übertroffen, der nach einem schweren Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen markiert worden war. Der Preis für Nordseeöl kletterte am Freitag bis auf 69,16 Dollar.

          Auslöser des Preissprungs war die Tötung eines iranischen Generals durch einen amerikanischen Raketenangriff im Irak. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei kündigte schwere Vergeltung an. Die ohnehin hohen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran haben sich in den vergangen Tagen nochmals verschärft, nachdem die amerikanische Botschaft in Bagdad durch Demonstranten angegriffen worden war. Die Amerikaner weisen Iran die Schuld zu, die islamische Republik weist dies von sich.

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          Aufgrund dieser Ereignisse haben als sicher empfundene Anlagen wie deutsche Bundesanleihen am Freitag spürbaren Zulauf erhalten. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,33 Prozent auf 171,69 Punkte.

          Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf minus 0,26 Prozent. Am Vortag hatte sie mit minus 0,16 Prozent noch den höchsten Stand seit vergangenen Mai erreicht. An anderen europäischen Anleihemärkten gaben die Renditen am Freitag ebenfalls deutlich nach.

          Der Goldpreis dagegen ist aufgrund der Spannungen weiter gestiegen. Im Hoch kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls knapp 1544 Dollar und damit so viel wie seit vergangenen September nicht mehr. Zum Vortag erhöhte sich der Goldpreis in der Spitze um fast 15 Dollar. In den vergangenen Tagen hatte das Krisenmetall Gold schon von dem Konflikt zwischen den Amerikanern und Iran profitiert.

          Lufthansa-Aktienkurs bricht ein

          Die Aktienkurse dagegen geben nach. So büßte der deutsche Leitindex Dax am Vormittag 1,20 Prozent auf 13.225 Punkte ein, nachdem er tags zuvor noch ein neues Hoch seit Anfang 2018 nur haarscharf verpasst hatte. Nun notierten alle Dax-Aktien im Minus, die Papiere der Lufthansa brachen sogar um knapp 7,5 Prozent ein. Fluggesellschaften leiden in der aktuellen Situation vor allem unter den steigenden Treibstoffpreisen.

          Auch M-Dax der mittelgroßen Werte fiel um 0,72 Prozent auf 28.402 Punkte. In Europa verlor der EuroStoxx 50 knapp 0,9 Prozent. Die wachsenden Spannungen in der Golf-Region hatten zuvor schon die Anleger in Asien nervös gemacht. So bröckelte die Börse Schanghai nach den Kursgewinnen vom Donnerstag ab und notierte am Freitag bei 3081 Punkten. Die indischen Leitindizes fielen um jeweils ein halbes Prozent. Der Aktienmarkt in Japan blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

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