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Espirito Santo : Angst um portugiesische Bank - Handel ausgesetzt

  • Aktualisiert am

Kunden heben an Geldautomaten einer Filiale des Banco Espirito Santo in Lissabon Geld ab. Bild: dpa

Anleger sorgen sich um die portugiesische Bank Espirito Santo. Ihr Aktienkurs bricht ein. Die Notenbank versucht zu beschwichtigen.

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          Zusicherungen der portugiesischen Zentralbank, dass das Geldhaus Banco Espirito Santo SA von der Krise seiner Muttergesellschaft abgeschirmt ist, haben die Anleihehalter der Bank nicht überzeugen können. Sie fürchten, dass auch sie Verluste erleiden könnten. Die Kosten zur Absicherung gegen einen Ausfall der vorrangigen Bonds der Bank sind auf den höchsten Stand seit acht Monaten geklettert, die Kreditausfallversicherungen verteuerten sich allein in dieser Woche um 56 Prozent.

          Die Kurse der Anleihen der Bank sackten auf ein Rekordtief ab und ihr Aktienkurs brach zeitweise um fast 19 Prozent ein. Am Nachmittag wurden die Titel vom Handel ausgesetzt, wie die portugiesische Börsenaufsicht mitteilte. Zuletzt betrug der Kursverlust 17,2 Prozent auf knapp 0,51 Euro.

          Angst vor Ansteckung

          Die Espirito Santo Financial Group SA (ESFG), die mit 25 Prozent an der Bank beteiligt ist, setzte die eigenen Aktien und Bonds am heutigen Donnerstag vom Handel aus. Erst müssten „die finanziellen Auswirkungen der Verbindung” zu Espirito Santo International SA (ESI) beurteilt werden, hieß es zur Begründung. ESFG gehört zu 49 Prozent der Espirito Santo Irmaos SGPS SA, die sich wiederum im vollständigen Besitz von Rioforte Investments SA befindet, die im vollständigen Besitz von ESI ist. ESI hat eine kurzfristige Anleihe nicht bedient, was eine Krise bei der gesamten Finanzgruppe heraufbeschworen hat.

          Zwar hat die Notenbank Portugals versichert, dass die Bank „Ansteckungsrisiken” vermeiden könne, die Analysten der Bank of America beispielsweise sind davon jedoch nicht überzeugt. Sie verweisen darauf, dass sich Investoren, denen Verluste bei den ESI-Papieren ins Haus stehen, mit Forderungen an Banco Espirito wenden könnten.

          Die Krise zieht mittlerweile immer größere Kreise. Portugiesische Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag die größten Verluste unter den Bonds der am stärksten verschuldeten Staaten Europas. Marktteilnehmer sind besorgt, dass die Banken weiterhin wackelig bleiben, auch wenn sich die Eurozone aus der Staatsschuldenkrise herausarbeiten kann.

          „Sollte sich die Lage in Portugal weiter verschlechtern, könnte sich die Flucht aus Risiken schnell auf die Bonds und weitere Anlageklassen anderer Euro-Mitgliedsstaaten ausweiten”, warnt Adrian Miller von GMP Securities LLC in New York. „Der Fall bestätigt, dass es der EU nicht gelungen ist, die Verbindung zwischen Staatsanleihen und dem entsprechenden Bankensystem zu durchtrennen.”

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