https://www.faz.net/aktuell/finanzen/angela-maragkopoulou-und-karen-kuder-verstaerken-die-dws-18232656.html

Fondsgesellschaft im Umbruch : Angela Maragkopoulou und Karen Kuder verstärken die DWS

Als die DWS im Frühjahr 2018 an die Börse ging, war die Fassade der Wertpapierbörse entsprechend geschmückt. Bild: dpa

Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank muss sich im Digitalen und im Austausch mit den Aufsichtsbehörden verbessern. Darauf zielen offenbar die zwei neuen Geschäftsführerinnen.

          2 Min.

          Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank hat Nachholbedarf im Digitalen und im Austausch mit den Aufsichts­behörden. So zumindest kann man eine Veränderung in der Geschäftsleitung der DWS interpretieren, über die am Dienstag informiert wurde. Demnach werden die Aufgaben des 67 Jahre al­ten zum Jahresende ausscheidenden Chief Administrative Officer Mark Cullen auf zwei Personen aufgeteilt: auf Angela Maragkopoulou als Chief Operating Officer und auf Karen Kuder als Chief Administrative Officer.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Maragkopoulou kommt am 1. Januar 2023 von der Deutschen Telekom, wo sie Führungspositionen in der Informationstechnik und Datenanalyse ausübte und den Telekom IT Hub für Künstliche Intelligenz und Robotik leitete. Zuvor arbeitete sie 19 Jahre für Vodafone, zuletzt als globale Leiterin für das In­ternet der Dinge. Diese Vernetzung zwischen einem Industrieunternehmen, seinen Zuliefern und idealerweise auch Finanzdienstleistern ist eines der Steckenpferde des neuen DWS-Chefs Stefan Hoops.

          Greenwashing-Vorwürfe

          Hoops ist erst vor zwei Monaten von der Spitze der Firmenkundensparte der Deutschen Bank auf den Vorstandsvorsitz der DWS gewechselt. Sein Vorgänger Asoka Wöhrmann musste nach einer Razzia in der Frankfurter Zentrale der DWS gehen. Dort hatte die Staatsanwaltschaft Anfang Juni nach Beweisen dafür gesucht, ob die DWS falsche Angaben zu ihren nachhaltigen Angeboten gemacht hat. Auch die Aufsichtsbehörden in den USA und Deutschland prüfen die Vorwürfe, dass die DWS ihre Fondsanlagen grüner hat aussehen lassen als sie tatsächlich sind („Greenwashing“).

          DWS Deutschland

          -- -- (--)
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Diesen Vorwürfen begegnen wird künftig vor allem der zweite Neuzugang der DWS auf Geschäftsleiterebene. Für Karen Kuder, seit mehr als 20 Jahren im Deutsche-Bank-Konzern, ist es allerdings eine Rückkehr, sie war schon einmal für die DWS tätig. Kuder war im Frühjahr 2020 für Florian Drinhausen auf den wichtigen Posten der Chefjustiziarin der Deutschen Bank gerückt und hat seither im Einklang mit Rechtsvorstand Stefan Simon etliche Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank mit den Aufsichtsbehörden insbesondere in den USA beigelegt. Anders als zuvor bestand die Deutsche Bank seither die jährlichen strengen aufsichtsrecht­lichen Stresstests in den USA – zuletzt sogar am besten von allen 34 gegen Krisen getesteten Banken.

          Dass die Deutsche Bank Kuder jetzt zur DWS ziehen lässt, zeigt auch, wie sehr sie die Greenwashing-Vorwürfe gegen die DWS ernst nimmt. Darüber hinaus muss in der seit Frühjahr 2018 börsennotierten DWS noch einiges verselbständigt werden. Die Abhängigkeit zur Deutschen Bank, die rund 80 Prozent der DWS-Anteile hält, ist nach wie vor groß.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.