https://www.faz.net/-gv6-8pm0z

Marktbericht : An der Börse wächst die Trump-Enttäuschung

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Aktienmärkte verlieren nach der Pressekonferenz vom Mittwoch die Hoffnung auf Donald Trump. Manche Experten wundern sich, dass die Kurse nicht deutlicher fallen.

          2 Min.

          Die Aktienmarkt haben nach der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz des künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump am Donnerstag den Rückwärtsgang eingelegt.

          Zahlreiche Analysten bemängelten mit Blick auf die Aussagen Trumps, dass es an Einblicken gefehlt habe, wie die umfangreichen fiskalpolitischen Stimuli und Steuersenkungen aussehen könnten, die der Republikaner auf den Weg bringen wolle, um „America great again“ zu machen.

          Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial liegt 0,8 Prozent im Minus bei auf 19.792 Punkten und entfernt sich damit weiter von der unerreichten Marke von 20.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,7 Prozent auf 2259 Zähler ein. Für den Nasdaq 100 geht es gleichfalls um 0,7 Prozent auf 5014 Punkte nach unten. Dieser hatte zur Wochenmitte noch ein Rekordhoch erreicht.

          DOW JONES

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          In Deutschland verlor der F.A.Z.-Index ein Prozent auf 2286 Punkte, der Standardwerteindex Dax gab mehr als ein Prozent auf 11.521 Punkte nach. Am Vortag hatte der Index noch ein 16-Monats-Hoch erreicht. Der Eurokurs kletterte am Nachmittag bis auf 1,0685 Dollar.

          Die Aktien-Rally der vergangenen Wochen sei größtenteils dem „Trump-Effekt“ zugeschrieben worden, sagt Markus Huber vom Börsenmakler City of London Markets. Nun müsse sich zeigen, wie lange die Händler noch ruhig und zuversichtlich blieben, dass Trump auch tatsächlich seine Ankündigungen einlöse. Marktexperte Jens Klatt zeigte sich überrascht davon, dass sich die Verkäufe an den Aktienmärkten immer noch in Grenzen hielten und nicht schon längst größer ausgefallen seien.

          F.A.Z.-Index

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Für Unmut sorgte Trump vor allem bei den Anlegern im Pharmasektor. Mit kritischen Aussagen hatte der Republikaner den Eindruck erweckt, dass er die Medikamentenpreise deckeln könnte. Anleger hatten bis dato eigentlich mit dem Gegenteil gerechnet. Europaweit war der Gesundheitssektor mit einem Minus von rund 2 Prozent die zweitschwächste Branche.

          Darunter litten auch die deutschen Pharma-, Biotech- und Medizintechnikwerte erheblich. Medigene und Drägerwerk gaben mit Abschlägen von 9,21 beziehungsweise 5,11 Prozent besonders deutlich nach. Merck KGaA verloren rund anderthalb Prozent.

          MEDIGENE AG NA O.N.

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Noch schlimmer erwischte es europaweit mit einem Verlust von fast 3 Prozent die Autowerte. Auslöser war der fast 18-prozentige Kursverlust der Aktie von Fiat Chrysler. Der italienisch-amerikanische Autobauer steht laut dem US-Umweltamt EPA im Verdacht, bei rund 100.000 Dieselfahrzeugen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht und damit gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen zu haben. Es geht - ähnlich wie bei Volkswagen - um möglicherweise illegale Software zur Abgaskontrolle. Das Unternehmen bestritt die Manipulationsvorwürfe. Die Kurse von Daimler, Volkswagen und BMW fielen dennoch um 2,5 bis 3 Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Impfen im ostafrikanischen Land Malawi.

          Patentschutz : Auf der Suche nach der gerechten Impf-Welt

          Die Pharmakonzerne haben viel investiert. Der Anreiz, solche Leistungen zu vollbringen, muss erhalten bleiben. Das Patentrecht ist ein Baustein.
          David Swensen bei einem Besuch in München im Jahr 2006

          Manager des Yale-Vermögens : David Swensen stirbt im Alter von 67 Jahren

          Der legendäre Investor David Swensen ist tot. Er erkannte früh die Renditechancen von Hedge-Fonds und Private Equity. Mit seinem steten Anlageerfolg machte er die Yale-Universität zu einer der reichsten Hochschulen der Welt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.