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Aktienmärkte : Durchhalten ist angesagt

Wall Street ist der Börsenleuchtturm - derzeit aber ist das eher verwirrend. Bild: AFP

Omikron verunsichert die Märkte. Die Anleger suchen nach Anhaltspunkten - doch die Notenbanken erfüllen diese Funktion weniger. Das macht die Märkte volatil.

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          Es wäre auch zu schön gewesen. Wenn der Dax nach einem Minus von 7 Prozent in der zweiten Novemberhälfte im Dezember jeden Tag ein Plus-Türchen im Kalender geöffnet hätte. Doch nach einem Vortagesplus von 2,5 Prozent sieht die Welt am Donnerstag schon wieder trüber aus.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anscheinend hatten die Amerikaner einmal mehr gedacht, für ihren Kontinent sei alles anders. Nicht nur ging die Erholung ursprünglich von Wall Street aus, sondern auch die abermalige Wendung: Der erste Fall einer Omikron-Infektion in den USA beendete den Erholungsversuch und der SA&P-500-Index schloss am Mittwoch letztlich mit einem Minus von 1 Prozent.

          Die asiatischen Börsen setzten den Trend fort. Was aber auch eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, ist die Tatsache, dass die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik nun doch schneller als gedacht straffen will. Denn damit hat das „Buy on bad news“, weil es die Notenbank schon richtet, an Überzeugungskraft verloren.

          F.A.Z.-Index

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          Jedenfalls verlor der japanische Nikkei-Index 0,7 Prozent auf  27.753 Punkte. Die chinesischen Börsen verzeichneten Aufschläge, doch in Xis politisiertem China, das nun den großen Verteilungssprung nach vorn probt, sollte man die Börse weniger als Indikator der Marktstimmung denn der politischen Ziele werten.

          Härter getroffen zeigten sich zur Eröffnung die europäischen Börsen. Der marktbreite F.A.Z.-Index gab zunächst um 1,4 Prozent nach, konnte sein Minus dann aber flugs eindämmen, so dass das Minus zuletzt noch bei rund 0,7 Prozent lag. Ähnliches gilt für den Standardwerteindex Dax.

          Und woran liegt das? Natürlich wieder einmal an Wall Street, was Wunder. Der Terminhandel zeigt für den S&P-500 aktuell ein Plus von 0,6 Prozent an. Zieht man in Betracht, dass die Differenz zwischen S&P-500 und F.A.Z.-Index am Donnerstag bei rund 3 Prozentpunkten lag, bleibt da noch ein kleines Minus für den deutschen Markt übrig. Wobei die Anleger da nicht so genau rechnen - Wall Street gut, alles gut.

          Denn an irgendetwas muss man sich ja festhalten, wenn die aktuellen Omikron-Schlagzeilen einander jagen und zu widersprechen scheinen. Am besten man tut, was alle tun, und das heißt, was Wall Street tut. Letztlich heißt das aber, dass es im Moment nicht ganz leicht ist, sich festzulegen, vor allem weil die feste Burg der Notenbanken die Tore geöffnet hat - oder sie zu schließen beginnt, wenn man von Schleusentoren fürs Gelddrucken sprechen will.

          Alles in allem heißt es heute, sich nicht beirren zu lassen. Für massive Neupositionierungen scheint es bessere Zeiten zu geben, für panische Rückzüge auch.

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