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Geldpolitik : Das Zaudern der Fed wird unerträglich

Vertrauensverlust droht: Wann beschließt Fed-Chefin Janet Yellen endlich die Leitzinserhöhung? Bild: AFP

Das Warten auf einen Umschwung der amerikanischen Notenbank Fed nimmt kein Ende. Noch immer gibt es keine Anzeichen für eine Erhöhung der Zinsen.

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          Vor jeder Notenbanksitzung ist es das gleiche Spektakel: Wird die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen erhöhen oder nicht? Die Spekulationen schießen in die Höhe, die Börsenkurse schwanken, und dann passiert – wieder nichts. Obwohl die Fed im Dezember 2015 für 2016 bis zu vier Zinsanhebungen angekündigt hat, hat sie seitdem noch kein einziges Mal die Leitzinsen erhöht.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Irgendetwas passte immer nicht. Erst die Angst um einen Konjunktureinbruch in China und dadurch auch weltweit, dann die Brexit-Entscheidung, jetzt die nahenden Präsidentschaftswahlen – immer war die Lage zu unsicher und zu unklar für eine Anhebung. Die Börsen freut das, weil das billige Geld in Aktien fließt und die Kurse anheizt. Der Dax ist nach der amerikanischen Zinsentscheidung in der vergangenen Woche fast auf sein Jahreshoch geklettert.

          Für die Glaubwürdigkeit der Fed ist so ein Abwarten nach gegenteiliger Ankündigung aber schädlich. Und zunehmend mehren sich die Stimmen, dass die niedrigen Zinsen ihre Wirkung verfehlen. Diese Meinung vertreten sogar einige von denjenigen, die die Niedrigzinsen bisher befürwortet haben. Was heißt das nun für die Geldpolitik? Zumindest für den nächsten Dezember gehen die meisten nun von einer Zinsanhebung aus. Aber dann wird kurz danach die Diskussion wieder losgehen, wann der nächste Zinsschritt kommt. Die Debatten werden nicht aufhören, und die Märkte werden deswegen auch 2017 weiter schwanken, je nachdem, ob gerade wieder eine Erhöhung wahrscheinlich ist oder nicht.

          Stärker regelbasierte Geldpolitik als Ausweg

          Eine stärker regelbasierte Geldpolitik könnte ein Ausweg sein. Dabei würden sich die Zinsentscheidungen strenger an ökonomische Kennzahlen halten, die Einschätzungen der Notenbanker würden an Bedeutung verlieren. Im Extremfall müsste der Zins angehoben werden, wenn eine bestimmte Inflationsrate, Arbeitslosenquote oder ein bestimmtes Wirtschaftswachstum erreicht wird. Der amerikanische Ökonom John B. Taylor hat einst versucht, diese Kennzahlen in eine Formel zu packen, die Taylor-Regel.

          Vorteil solcher oder anderer Regelansätze wäre eine stärkere Berechenbarkeit der Notenbankpolitik. Allerdings haben sie alle methodische Schwächen. Zudem gibt es überraschende Schocks wie die Lehman-Pleite oder die Anschläge vom 11. September 2001, in denen mehr Flexibilität nötig ist. Trotzdem: Ein bisschen mehr Orientierung an den Kennzahlen würde der Fed guttun.

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