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Geldpolitik der Fed : Amerikanische Notenbank lässt Leitzins unangetastet

  • Aktualisiert am

Hat großen Einfluss auf Wirtschaft und Finanzmärkte: die amerikanische Notenbank in Washington. Bild: Reuters

Amerikas Notenbank sieht keinen Grund von der aktuellen geldpolitischen Linie abzuweichen. Auch wenn die Inflation in Amerika wieder deutlich unter die Zielmarke gerutscht ist.

          Amerikas Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unangetastet gelassen. Die Federal Funds Rate, der Zinssatz zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen - bleibt erwartungsgemäß in einem Korridor zwischen 2,25 und 2,50 Prozent, wie die Fed am Mittwoch in Washington mitteilte.

          Fed-Chef Jerome Powell betonte: „Es gibt derzeit keinen Grund für eine Bewegung in beide Richtungen.“ In der offiziellen Mitteilung der Notenbank wird weiter von „Geduld“ gesprochen, die notwendig sei, auch wenn der Arbeitsmarkt und das Wachstum mehr als stabil seien. Dies deutet darauf hin, dass auch für das gesamte Jahr 2019 keine Zinsbewegung seitens der Fed mehr zu erwarten ist.

          Einige Marktbeobachter hatten sogar mit Signalen für eine mögliche leichte Zinssenkung gerechnet - zumal die Inflation mit 1,5 Prozent wieder deutlich unter die Zielmarke von zwei Prozent gerutscht ist. „Wir fühlen uns weiter unseren Inflationszielen verpflichtet“, sagte Powell. Die Bank war zuletzt von Präsident Donald Trump dafür kritisiert worden, die Zinsen zu hoch zu halten und damit die Konjunktur in den Vereinigten Staaten zu gefährden. Trump forderte unter anderem eine Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt - ein beinahe undenkbarer Schritt für die Notenbank.

          Bereits zuvor hatte es erhebliche Bedenken über eine zu große Einflussnahme der Politik auf die US-Zetralbank gegeben. Fed-Chef Powell betonte am Mittwoch, die Politik seiner Einrichtung sei parteipolitisch unabhängig und langfristig ausgerichtet. Die Fed hatte nach der Nullzinspolitik in der Finanzkrise im Jahr 2015 damit begonnen, den Leitzins allmählich zu normalisieren. Der derzeit gültige Satz liegt noch immer deutlich unterhalb des historischen Normalniveaus.

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