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Die Vermögensfrage : Dividendenstrategien – Anlagekonzept für den Ruhestand?

  • -Aktualisiert am

Gewinnsituation und die Ausschüttungspolitik

Wie sind Dividenden als Betrag und die Dividendenrenditen in Prozent einzuschätzen? Für den einkommensorientierten Investor ist zunächst die Dividendenausschüttung als Betrag von Interesse. Wenn sich die Gewinnsituation und die Ausschüttungspolitik des Aktientitels nicht ändert, fließt jährlich der gleiche Geldbetrag zu, unabhängig vom Kurswert. Kapitalmarktanalysen der Allianz AG zeigen, dass die Gewinne von Aktien in den letzten 10 Jahren um das Zehnfache stärker schwankten als die Dividenden dieser Unternehmen.

Paradebeispiel für eine stabile Dividendenpolitik: Nestlé
Paradebeispiel für eine stabile Dividendenpolitik: Nestlé : Bild: AFP

Immer als Paradebeispiel für eine stabile Dividendenpolitik wird Nestlé genannt. Dabei lag die Ausschüttungsquote im Durchschnitt bei (gesunden) 50 Prozent des Unternehmensgewinns. Als Gegenbeispiel ist die Telekomaktie zu nennen, die ihre „stabile“ Dividende zu Teilen aus der Substanz entnommen hat. Bekannt ist auch, dass Aktien mit einer stabilen Dividendenpolitik in den Korrekturphasen der Märkte weniger schwankungsanfällig sind als solche Aktien, die keine Dividenden ausschütten. Der Grund ist: Zufriedene Aktionäre trennen sich ungern von ihren ausschüttungsstarken Aktien. Stabile Dividendenzahler schütteten in der Vergangenheit im Durchschnitt etwa 40 bis 50 Prozent ihrer Gewinne an ihre Aktionäre aus. Der andere Teil wird für die langfristigen Investitionen der Unternehmen verwendet.

Dividendenrendite im Fokus

Für den Neuinvestor, der jetzt Kapital anlegen möchte, steht wahrscheinlich eher die Dividendenrendite im Fokus. Da diese sich aus dem Kurs errechnet, schwankt sie täglich. Nimmt man wieder das Beispiel Nestlé, dann zeigt sich auch hier – nimmt man die letzten acht Jahre – eine stabile Dividendenrendite, die nur zwischen 2,47 Prozent und 3,24 schwankte. Dividendenrendite geht aber auch anders, wenn man die Nummer eins der aktuellen deutschen Top-Ten-Dividendentitel, die KTG Energie AG, mit aktuell 16 Prozent Rendite hernimmt. Das wurde innerhalb weniger Wochen erreicht. Im Mai lagt der Kurs noch bei 9,50 Euro und am 10. Juli bei 3,80 Euro. So schnell kann Rendite gehen. Das ist dann die Herausforderung für den Anleger oder Anlageberater beziehungsweise Fondsmanager, abzuschätzen, ob die Dividende vom Zielunternehmen nachhaltig erwirtschaftet werden kann.

Bei den großen (Dax-)Unternehmen hat die Dividende einen starken Signaleffekt an den Markt. Dividendenkürzungen oder gar Dividendenausfälle werden von den Märkten immer mit starken Zweifeln an die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens gesehen. Aktuelle Beispiele sind das Abgasdebakel von VW, der Strukturwandel bei der Deutschen Bank und auch die künftige Geschäftspolitik bei den darbenden Stromkonzernen Eon und RWE, die lange als stabile Dividendenzahler galten.

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