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Nicht in die Mülltonne : Alte EC-Karten müssen zum Wertstoffhof gebracht werden

  • -Aktualisiert am

Bankkarten und Kreditkarten mit Chip Bild: AP

Auch das noch: Abgelaufene Chipkarten, wie Girokarten oder Kreditkarten, gehören nicht in den Hausmüll und müssen wie alte Elektrogeräte fachgerecht beim Wertstoffhof entsorgt werden.

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          Deutschland gilt als ein Land, in dem alles geregelt ist, vor allem die Kleinigkeiten. Das trifft sogar auf die Entsorgung abgelaufener Bankkarten und Kreditkarten zu. Die passen bequem in jedes Portemonnaie, gelten aber offiziell als Elektrogeräte.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das heißt: Endet die Gültigkeit einer Chipkarte, darf der Besitzer sie nicht achtlos in den Mülleimer werfen, sondern muss sie fachgerecht entsorgen lassen. Ja, so will es das Gesetz. Geflissentlich weist etwa die Sparda-Bank Hessen ihre Kunden anlässlich der Ausgabe neuer Karten auf diese Regelung hin. „Laut Elektro- und Elektronikgerätegesetz ist diese Karte ein Elektrogerät und darf nicht im Hausmüll entsorgt werden“, steht in den Begleitschreiben, die das Geldinstitut mit den neuen Bankkarten verschickt.

          Kunden sollen abgelaufene Karten zerschnitten bei einer geeigneten Sammelstelle abgeben. „Die Adresse erhalten Sie von ihrer Kommunalverwaltung“, heißt es weiter. Zerschneiden soll man die Karten, um die darauf gespeicherten Daten zu zerstören und eine unbefugte Nutzung während der Restlaufzeit zu verhindern.

          Mit Plastikschnipseln zum Wertstoffhof

          Wer es als Bankkunde und Bürger ganz genau nimmt, muss Bank- und Kreditkarten also etwa auf dem Wertstoffhof der Gemeinde entsorgen, egal von welcher Bank die Karte kommt. Die Mitarbeiter dort, die sonst Waschmaschinen und Kühlschränke wuchten, werden sich bestimmt wundern, wenn man ihnen ein paar Plastikschnipsel in den Handschuh drückt. Manche Kommunen stellen allerdings eigens Behälter für Geräte mit sensiblen Daten bereit. Banken bestellen die Zahlungskarten ihrer Kunden meist bei großen Dienstleistern wie dem DG Verlag in Wiesbaden, der die genossenschaftlichen Banken beliefert, also Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD Banken.

          Wie ein Sprecher des DG Verlags auf Anfrage der F.A.Z. mitteilte, werden neu ausgegebene Karten seit Ende 2018 als Elektrogeräte gekennzeichnet. Zu erkennen ist das an dem aufgedruckten Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne. Zuständig für die Umsetzung der Entsorgungsregeln ist die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR). Diese teilte auf Anfrage der F.A.Z. mit, Chipkarten wie Zahlungs- und Kreditkarten zählten zu den im Gesetz genannten kleinen Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik. Und diese müssen richtig entsorgt werden. Das gelte unabhängig davon, ob sie aus Datenschutzgründen vorher zerschnitten wurden oder nicht.

          Eine Karte wiegt laut EAR nur 5 Gramm, doch seien allein in Deutschland mehr als 100 Millionen Bankkarten in Umlauf. Wenn diese zu entsorgen sind, entspräche dies etwa 500 Tonnen Elektronikschrott.

          Die Banken sind übrigens nicht verpflichtet, alte Karten zurückzunehmen – auch wenn dies für die Kunden wohl bequemer wäre als ein Ausflug zum Wertstoffhof der Stadt oder Gemeinde. Die Sparda-Bank Hessen will jedoch immerhin in Einzelfällen Karten zurücknehmen und entsorgen. Ob sich andere Banken auch so kulant zeigen? Eigentlich müssten sie dafür nur alle paar Wochen einen Sack voller Kartenschnipsel zum Wertstoffhof schicken. Zu viel verlangt scheint das nicht.

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