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Aktienrenditen : Die Verlustjahre häufen sich

Im Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts überwiegt die Farbe Blau Bild: F.A.Z.

Im Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts überwiegt die Farbe Blau: Sie steht für einen steigenden Dax. Doch gerade in den nicht lange zurückliegenden Jahren macht sich die Farbe Rot breit. Darunter leidet der Ruf der Aktie als Ertragsbringer immer wieder.

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          Das Aktienjahr 2011 geht als ein weiteres Verlustjahr in die Geschichte des deutschen Aktienmarktes ein. Zwar überwiegen in der Rückrechnung des Dax bis 1948 die Jahre mit Gewinnen noch mit 43-20, doch die Verlustjahre häufen sich. Fünf der vergangenen zwölf Jahre endeten mit einem Minus des Dax. Damit ergeben sich auch für längerfristige Betrachtungszeiträume nur sehr magere oder gar negative Renditen. Wer zum Beispiel Ende 1998 in den Dax investiert hat, erzielte bis heute im Jahresdurchschnitt eine Rendite von gerade mal einem Prozent. Wer Ende 1999 einstieg, verbucht sogar ein Minus von durchschnittlich 1 Prozent. Eine längere Durststrecke gab es bislang nur von 1961 bis 1973, als sieben von 13 Jahren mit einer negativen Aktienmarktentwicklung endeten.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt damit deutlich, dass auch längere Schwächephasen am Aktienmarkt nichts Außergewöhnliches sind. Es zeigt aber auch, dass solche Schwächephasen überwunden werden können. Nach 1973 folgten 13 überwiegend gute Aktienjahre, und auch die neunziger Jahre brachten den Aktionären hohe Renditen. Wer also nicht ausgerechnet zu Beginn einer längeren schwachen Phase in den Markt einsteigt und an deren Ende aussteigt, der hat eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, bei einer Haltedauer von zum Beispiel zehn Jahren eine hohe Rendite mit deutschen Aktien zu erzielen. Nur 1970 und 2009 endete eine Dekade am Aktienmarkt mit einem Minus. Bis 1968 brachten hingegen alle Zehnjahreszeiträume zweistellige jährliche Renditen, von 1983 bis 1994 mit einer Unterbrechung 1986 ebenso, und von 1997 bis 2001 dann nochmals.

          Wer sogar 15 Jahre Geduld mitbringt, musste nie Verluste erleiden. Bis auf eine Schwächephase in den siebziger und frühen achtziger Jahren betrug die jährliche Rendite immer mindestens 5 Prozent. Wer sich gar 25 oder 30 Jahre Zeit gibt für sein Aktienengagement, zum Beispiel als Altersvorsorge, dessen jährliche Rendite lag stets höher als 5 Prozent im Jahr.

          Die Übersicht zeigt jedoch auch, wie wichtig Streuung ist. Gemeint ist damit nicht die Verteilung des Vermögens auf viele Einzeltitel zur Risikominderung, sondern auch die zeitliche Streuung. Wer mit seinem kompletten Vermögen zu nur einem Zeitpunkt in den Markt einsteigt, läuft damit viel eher Gefahr, einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt zu haben, als ein Anleger, der mit seinem Vermögen sukzessive in den Aktienmarkt einsteigt. Für den Verkauf von Aktien gilt dies genauso. Wird eine solche Strategie verfolgt, konnte damit in der Vergangenheit des Risiko ganz erheblich reduziert werden, am Aktienmarkt über einen längeren Zeitraum Verluste zu machen.

          Die Übersicht schließt in der Renditebetrachtung die Dividendenzahlungen mit ein. Nicht berücksichtigt sind steuerliche Aspekte, die individuell sehr unterschiedlich sind. Bis 2008 fielen jedoch keine Steuern auf Spekulationsgewinne mit Aktien an, wenn die Papiere zumindest ein Jahr gehalten wurden. Ebenso wird der Betrachtung der Aktienrendite nicht die Geldentwertung gegenübergestellt. Steuern und Inflation mindern jedoch auch die Vermögensentwicklung anderer Anlageklassen.

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